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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 242

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 242 (sequence 82)
Language
German
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242 111: Ueber den ersten Vers der Genest». Frage nach dem ״Anfänge" ganz abzuschneiden suchte. Die ersten Verse sollten unzivcifelhaft als Beschreibung des Zustandes bei (aber nicht vor) der Schöpfung gelten, so daß ויאמר אלהים יהי אלו־ gewissermaßeu mit dem ersten Schöpfungsacte zusammensällt, ohne daß man sich darüber genauere Rechenschaft gab?) Indem man aber die Bibel blos berichten ließ, wie es ״anfangs" war, als Gott den Himmel und die Erde schuf, konnte man doch wieder um so eher zu der Annahme verleitet werden, daß vorher schon eine formlose Materie dagewesen sei. Betrachtete man hingegen 2) den ersten Vers als einen abgeschlossenen Satz, so wurde der ״Anfang" schärfer betont und als erstes Factum hervorgehoben, daß die Welt durch einen Willensact Gottes entstanden ist. Die Bibel sagt, daß die Welt einen Anfang hatte, über welchen hinaus wir nicht eindringen können, und spricht damit selbst aus, daß wir nach dem, was vorher war, nicht fragen dürfen (Chag. 13 a nach Sirach 5, 19. 20). Allein abgesehen davon, daß diese Frage sich immer wieder anfdrängen wird, so mußten, wie die Auseinandersetzung Naschi's beweist, gerade nach dieser Auffassung die erwähnten Schwierigkeiten recht hervortreten, indem es nahe lag, V. 2 auf den Zustand vor der Schöpfung ju beziehen, und außerdem (zmnal wenn man בראשית mehr adverbial, in der Bedeutung: ״anfangs" oder ״zuerst" verstand) die Reihenfolge der Schöpfungswerke, auf die schon V. 1 hinzuweisen schien'״'* **)), auffallend gestört war. Wollte man aber V. 1 ganz außer Zusammenhang mit der folgenden Darstellung anssassen, so daß derselbe nur die Thatsache von der Schöpfung, wie sie V. 3 ss. erzählt wird, voraus hinstellt, so hätte die schaffende Thätigkeit Gottes erst mit der Schöpfung des Lichtes begonnen, und war man durch V. 2 geradezu genöthigt, ein Chaos im heidnischen Sinne anzunchmen?'") Man konnte aber, sobald man V. 1 von V. 2—3 trennte (und am Ende auch nach der anderen Erklärung) noch einen Schritt weiter gehen, indem man 3) den ersten Vers so auffaßte, daß er gradezu die Frage nach dem Urstoffe *) Das Alter dieser Erklärung lasse ich dahingestellt. **) Dies beweist auch der Streit zwischen den Schulen Schammai'ö und Hilel's, ob der Himmel oder die Erde zuerst geschaffen wurde. Nach ב״ש ist בראשונה בראשית, nric מה״רש״א mit Recht bemerkt. **״) Vgl. jedoch Schemoth rabba 50. ר״י אומר האורה נבראת תהלה לפני העולם. Auch gehört hieher die Ansicht, daß Gott viele Welten geschaffen und wieder zerstört habe.

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