Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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in. Ueber den ersten Vers der Genesis. 241 1, 1 als ersten Satz für die ganze folgende Darstellung und dann 1, 2 ff. und 2, 5 ff. als besondere Ausführungen betrachtet hat.^) Der Inhalt des ersten Schöpfungsberichts bietet, wenn auch der Widerspruch mit dem zweiten ganz außer Acht gelassen wird, jedenfalls bedeutende Schwierigkeiten dar, die wir uns vor Allem dergegenwärtigen müssen. Daß V. 2 das Wasser erwähnt wird, ohne daß über die Entstehung desselben etwas gesagt ist, bleibt auffallend, wie man auch V. 1 erklären möge. Dazu kommt, daß man, der Fassung des ganzen Abschnitts gemäß, überall eine genaue Zeitfolge der Schöpfungswerke (סדר הבריאה) finden möchte, während doch V. 1 mit der Schöpfung des Himmels beginnt, der nach V. 6—8 erst am zweiten Tage geschaffen wurde. Dieses wird um so anstößiger, da der Himmel erst durch die Scheidung der Wasser gebildet wurde, die also, zumal nach der Erklärung: אש ומים — שמים, schon vorher da sein mußten. Durch diese Schwierigkeiten waren die tendenziösen Rücksichten, von denen man sich nicht blos bei der von den LXX gegebenen Übersetzung, sondern auch bei allen anderen Erklärungen leiten ließ, gewissermaßen von selbst geboten. Im Wesentlichen lassen sich daher drei verschiedene Auffassungen unterscheiden, die wieder mannigfacher Modificationen fähig waren: 1) Durch die Verbindung des בראשית mit ברא wollte man gewiß dem Gedanken an einen Urstoff keinen Raum geben, sondern vielmehr denselben ganz beseitigen oder umgehen, indem man, dem אין דורשי; במעשר, בראשית gemäß, die *) Es ist jedenfalls beachtenöwerth, daß 1, 2 mit 2, 5. 6 eine gewisse Aehnlichkeit hat, und man möchte vermuthen, daß eine Stelle der anderen nachgebildet sei. 1, 2 könnte ursprünglich vor 2, 5 gestanden haben und dann (mit Aenderung des Gottesnamens) an die Spitze von Cap. 1 gestellt worden sein, wo vielleicht ein Theil von 2, 4 gestanden hätte (vgl. Knobel z. St.); oder 1, 2 ff. wäre zwischen 1, 1 und 2, 5 eingeschaltet worden. Das Wort ברא, welches jetzt nur der ersten Urkunde eigenthümlich ist, wäre dann auch in der zweiten gebraucht worden, und zwar paffend vom ersten Schöpfungsarte, was um so eher denkbar ist, da schon Amos 4,13 יצר und ברא parallel stehen. Jedenfalls fehlt der zweiten Schöpfungsgeschichte, wie sie uns vorliegt, der Anfang, und im Allgemeinen ist es eher wahrscheinlich, daß man ein Stück eingeschoben, als daß man ein anderes wesentlich verkürzt habe. Damit wäre auch zu erklären, daß 1, l3-־״ an sich so dunkel und schwierig für die Auslegung ist. Vierteljahresschrist. II. 3.4. 16