Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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240 111. lieber den ersten Vers der Genesis. der gewiß sehr alt ist, möchte dagegen sprechen. Aus der betreffenden Tradition darf aber keinesfalls die geschichtliche Folgerung gezogen werden, daß die Uebersetzung: Im Anfänge schuf Gott re. ganz neu war, was auch Geiger zngeben wird, dem es hierbei weniger um die Erklärung der Bibelstelle als um die Aufhellung der dunkeln traditionellen Angabe zu thun war. Die Auffassung der LXX konnte ganz wohl die gewöhnliche sein oder wenigstens neben der anderen bestanden haben, und trotzdem mochte, dem Heidenthum gegenübcr, als besonders wichtig hervorgehoben werden, daß mit derselben jedem Zweifel vorgebeugt wurde. Es ist dies die Sprache der Tradition, die gern als äußeres historisches Factum darstellt, was zu irgend einer Zeit lebendiger ins Bewußtsein trat. א, ב' בראשית scheint eine Formel zu sein, mit der man den Vers auslegte.'״') Die Erklärung Naschi's und A. Esra's läßt sich zwar zur Noth grammatisch rechtfertigen, ist aber gewiß nicht ungezwungen. Ein so großer Zwischensatz von höchst bedeutsamem Inhalte, wie V. 2, und dabei die nur nebensächliche Erwähnung der wichtigsten Thatsache (בי ב' אי) in V. 1 widerspricht der einfachen und faßlichen Ausdrucksweise des ganzen Abschnittes. Wäre V. 1 nur ein Nebensatz zu V. 3, so würde vor שמים und ארץ nicht der Artikel mit dem Zeichen des bestimmten Accusativs stehen, und es müßte heißen: ב' ב' א' שמים וארץ (ähnlich wie 2, 4 und 5, 1, vgl. dagegen Ex. 20, 11). Dieser Vers scheint vielmehr als erster Satz für beide Schöpfungsgeschichten zu gelten; denn ohne denselben läßt sich durchaus keine, wenn auch nur scheinbare Uebereinstimmnng der so verschiedenen Darstellungen denken, und eine solche muß man doch bei der Anordnung, wie sie uns vorliegt, irgend wie für möglich gehalten haben. Nun konnte zwar 2, 4 auf die ganze vorhergehende Schöpfungsgeschichte bezogen werden (vgl. Raschi u. A. E. z. St.) und mochte vielleicht auch die Verbindung von 1, 1—3 als Ein Satz zur Beseitigung des Widerspruchs zwischen beiden Berichten dienlich erscheineu, indem dadurch die Zeitfolge in dem ersten Berichte weniger bestimmt hervortritt; allein es ist doch eher wahrscheinlich, daß man *) Vgl. die alte Deutung (תנא דבי רבי ישמעאל) Sukk. 49 a: אל תקרי בראשית אלא ברא שית. R. Akiba's Erklärung, das את stehe, damit man nicht sage שמים וארץ שמותן של ה״קב״ה רן, scheint gegen phömzische Kos׳ mogonien gerichtet zu sein.