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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 233

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 233 (sequence 73)
Language
German
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>1. Proben neuerer hebräischer Sprachgelehrsamkeit. 233 läßt zwischen Juden- und Heidenchristenthum, will in dem Judaismus blos den Stein erkennen, den es aus dem Wege zu räumen, die Hütte, die cs zu zersprengen hat. Freilich sollte sie mit der Gestalt vertraut sein, welche das Judenthum angenommen zur Cntstehungszeit des Christenthums, und sie wird wohl ihre Augen nicht mehr lange vor der Erkenntniß verschließen können, daß sie darüber sehr dürftig und sehr schief unterrichtet ist, sie wird sich angelegentlich in Studien vertiefen müssen, um ihre Lücken auszufüllen, und sich dann überzeugen, daß sie immer tiefer hinein bis zur Wurzel gehen muß. Dieses Resultat ist ein nothwendiges, da die Wissenschaft eine unwiderstehlich nöthigende Kraft in'sich trägt; wir dürfen diesem Resultat getrost und mir guten Hoffnungen entgegensetzen. Allein vorläufig ist der Weg dazu noch nicht betreten, und die hebräisch-biblische Kenntniß steht von dieser Seite aus ganz verwaist da. Die herrschende, weitverbreitete christlich-theologische Richtung ist jedoch gegenwärtig keine freisinnige. Was wir von der dogmatischen Engherzigkeit dieser Forscher zu erwarten haben, darüber belehren uns ihre dickleibigen Werke, die mit merkwürdigster Fingerfertigkeit in die Welt gesendet werden, zum Uebermaße. Sie nagen an den Knochen der alten Rabbinen, die sie nicht verstehen und doch verdammen, und geben uns als ihr Eigenes christologische und christosophische Betrachtungen über die gefallenen Engel, das Reich des dreieinigen Teufels und dergleichen Herrlichkeiten mehr. Lassen wir sie ruhig ihres Weges ziehen! — Allein es giebt noch einen andern Thcil, der zwar auch conservativ thut, aber doch für die jüdische Bibel sich eine gewisse Freiheit bewahrt. Wir müssen zwar auch bei ihm viel über Erbsünde und Messianität verschlucken, doch mag dies übergangen und blos ihre Sprachkenntniß betrachtet werden. Um nicht zu weit auszugreifen, genüge es, aus eine Abhandlung aus der neuesten Zeit hinzuweisen. Das neueste (6.) Heft der Heidenheim'schen deutschen Vierteljahrsschrift für englisch-theologische Forschung, ausgegeben am 23. December v. I., enthält von S. 169—85 eine Abhandlung von Herrn Eduard Böhmer in Halle: Bemerkungen zu den Psalmen. Herr Böhmer, durch mehrere größere Arbeiten, namentlich über die Genesis, bereits in die Klasse der heutigen Exegeten eingereiht, und, wenn ich nicht irre, außerordentlicher Professor in Halle, geht von der richtigen Ansicht aus, die Vocalisation der hebräischen Bibel sei als ein Commentar zu betrachten, der unschätzbar für uns, doch nicht unfehlbar sei, und cs könne daher häufig durch eine Aenderung der

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