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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 224

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 224 (sequence 64)
Language
German
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r. 6. Erll und Rückkehr. 224 schast die Stimme erhebt, der im Gegentheile in Jubeltönen Cyrus und seine That feiert, derselbe Prophet tritt mit den Worten auf: Ja, Israel wird befreit werden, damit sie es erkennen von Ost und West, daß Keiner außer Mir, Ich der Herr und sonst Keiner, der das Licht bildet und die Finsterniß schafft, der Frieden und Heil stiftet und das Böse schafft. Ich der Herr mache dies Alles. Nicht, wie die Perser annehmen, daß zwei Geister wirken, nein, derselbe Gott er ist der Schöpfer der Finsterniß und des Bösen. Es ist mit einer schneidenden Schärfe ausgesprochen, wie wir es sonst nicht siuden, wie es eigentlich dem Geist des Judenthums nicht ganz und gar zusagt, Gott geradezu als Schöpfer des Bösen darzustellen, allein es mußte hier der Gegensatz mit aller Entschiedenheit hervorgehoben werden. Als die Zeit um war, der Einfluß des Parsenthums nicht mehr drohte, und die Lehrer diesen Vers mit aufnahmen in das tägliche Gebet, da änderten sie dafür: der bildet das Licht und schafft die Finsterniß, der den Frieden und das Heil stiftet und schafft das All — nicht das Böse! So lebten die Juden unter den Persern, wie es scheint, im Allgemeinen nicht unter Druck, doch wohl eifrig bedacht für die Pflege ihres eigenthümlichen geistigen Lebens. Da trat in diesem Volk ein Mann auf mit einer civilisatorischen Mission, mit einer großen Weltgeschichtlichen Aufgabe. Ein jeder Held, ein jeder große Eroberer ist das Werkzeug in der Hand der Vorsehung, und was seine Ehr-- sucht unternimmt, wird zum Saatkorn des Segens für viele Länder. Cyrus unternahm es, manches Reich zu zerstören, er machte große Eroberungen und stiftete ein großes persisches Reich; er war aber sicherlich auch ein edler Mensch, von höherem Geiste durchdrungen. Alles, was die Alten über ihn uns berichten, trägt nicht den Charakter eines blutigen Eroberers an sich, sondern den einer edlen, hochherzigen Persönlichkeit, und so bekundete er sich den Juden gegenüber, die in seinem Lande wohnten. Er verstand die eigenthümliche Erscheinung dieser in sich eng geschlossenen Schaar der Juden, die im fremden Lande ihre Einheit bewahrten, und er rief ihnen zu: Wer ist unter Euch, den Gott autreibt, um wiederum hinaufzuziehen nach Jerusalem, der thue es und ziehe dahin. Und sie zogen dorthin, nicht alle, es blieb ein großer Theil der Bevölkerung zurück; es waren auch nicht die Schlechtesten gerade, die zurückblieben. Es verband sich schon damals Innigkeit zum Glauben mit der Liebe zur neuen Heimath, obgleich eine kurze Zeit nur, zwei Menfchenalter

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