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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 223

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 223 (sequence 63)
Language
German
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r. 6. Eril. Parsenthum. 223 bylonischer Macht, auch Babylon mußte einem anderen Reiche weichen; Babylons Erinnerungen sind unter die Erde gesunken, es trat ein anderes Volk an seine Stelle, das persische, das von milden Sitten, von einer höheren Erkenntniß beseelt war. Es war allerdings auch ein asiatisches Volk, lebte auch in den damaligen Anschauungen, trug aber doch eine höhere eigenthümliche Bildung in sich. Juda oder vielmehr die Genossen des Judenthums, die in Persien lebten, hatten von dessen Erkenntniß nichts .auszunehmen, sie trugen ihre Eigenthümlichkeit Ln sich und entwickelten sie auch selbständig; allein es war doch von großem, mächtigem Einfluß, daß sie nicht mehr den Kampf zu bestehen hatten gegen den rohen Götzendienst. Das Leben Ln Persien war von reinerer Art; Ln der Lichtreligion, der Verehrung der reinsten Ausstrahlung des göttlichen Wesens, fanden die Perser ihre besondere religiöse Nahrung. Die Juden haben von den persisehen Ansichten Nichts ausgenommen, jedenfalls nicht Bedeutendes. Eine Umgestaltung durch den Einfluß der Parsen anzunehmen, dafür sind keine Thalsachen vorhanden, dafür ist eine uöthigeude Veraulassung nicht sichtbar; es mögen, wie die alten Lehrer sogar selbst berichten, einzelne, untergeordnete Anschauungen sich eiugeschlichen haben, die aber auch untergeordnet blieben. Die Alten sagen, die Namen der Engel seien aus Babylon mit den Juden in ihre Heimat gewandert, und was heißt das anders, als daß der ganze Engclglaube aus Babylon, aus Persien übergegangen sei? Dieser Engelglaube, dieser große Hofstaat, der um Gott sich versammelt, wie der irdische Herrscher ihn in Persien hatte, die Annahme von sieben Erzengeln, die wie die höchsten- Fürsten um den König, so um Ormuz als die höchsten dienenden Mächte sich versammeln, dieser Glaube mag wohl übergegangen sein, auch das Judenthum nahm die Lehre von Engeln und ihrer dienenden Wirksamkeit vielfach an, allein zu einem einflußreichen Glauben, ju einer Lehre, die mit Entschiedenheit auf die Gesammtheit der Gestaltung des Judenthums eingewirkt hätte, erhoben sie sich nicht. Im Gegentheile aber finden wir entschiedenen Kampf gegen das Parsenthum, insofern cs dem Grundgedanken des Judenthums enigegentrat. Das Parsenthum erkannte einen Dualismus au: Ormuz als Schöpfer und Gott des Lichtes und des Guten, Ahriman als Schöpfer der Finsterniß und alles Bösen. Da tritt der Prophet, der besonders aus dem Standpunkt jener Zeit heraus schreibt, jener große Seher, der keineswegs das Parsentbum. baßt und gegen seine Herr-

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