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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 219

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 219 (sequence 59)
Language
German
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1. 6. Eril. 219 zogen hätten. Rüben sank dahin laut- und klanglos, und sein Land fiel Ammon, Moab nnd Edom zu, Völkern, welche als besonders feindselig dem Judenthum gegenübertretend geschildert werden. Daß innerhalb dieses Gebietes rin geistiges Leben, wie es von den übrigen Stämmen überliefert ward, sich erhalten habe, davon findet sich keine Spur. Später wird dieses Gebiet wieder erobert, als zu dem Staate Judäa gehörig, nnd es zeigt sich wieder keine Verschiedenheit, es tritt das Leben des Judenthums, weit sich verbreitend, auch dorthin. Der alte Standpunkt ist besiegt. Als der zweite erhob sich freilich ebenso wie durch staatliche Macht so auch durch geistige Hoheit und Veredelung Ephraim. In Ephraim, das uns ebenso durch geistige Begabung, wie durch edle feine Sitten ausgezeichnet mannigfach erscheint, erstehen die Prophetcn, da sind die Männer, die die volle, reine Gotteserkenntniß in sich tragen, die die Lehre nach ihrer tieferen Auffassung und vollständigen Entwickelung verkünden. Es gelangt freilich auch nicht im ganzen Volke zu seiner lebenskräftigen Blüthe, auch Ephraim schwindet dahin, auch ihm war die Grundlage des staatlichen Lebens und damit auch der Boden für die weitere religiöse Entwickelung entzogen, aber es schwindet dennoch nicht ganz und gar dahin. Das Reich Israel wird von Assyrien zerstört, die Bewohner werden in die Gefangenschaft getrieben, ein Theil aber (wie überhaupt im Alterthumc blos theilweise Vertreibungen, aber nicht gänzliche Vernichtungen und Ausrottungen eines Volkes stattfanden), ein Theil bleibt dennoch auf staatlichem Boden. Und zn den Zurückgebliebenen gesellte sich ein Kreis von neuen Ansiedlern, die von dem Sieger dorthin gesendet wurden, um das Land nicht der Verödung preiszngeben. Da bewährte sich die Macht höherer Bildung, der Sieger muß sich geistig unterwerfen dem Besiegten. Wie späterhin rohe Horden das römische Reich zerstörten, als Sieger zwar ungestraft das alte Volksthum zertraten, aber doch der höheren Bildung sich beugen mußten, durch sie gesittigt wurden und zu einem menschheitlichen Bildungselemente sich gestalteten, so ging es auch dort. Die Ansiedler, die das Land Israel theilen sollten mit denen, die jenes Gebiet von früher bewohnten, jenes Gebiet nämlich des Reiches Israel, sie gestalteten sich allmälig selbst zu Israeliten, zu Ephraimiten. Sie nannten sich von nun an nach Schomron, der alten Hauptstadt des Reiches, Schomronim, Samaritaner; es waren Israeliten, die allerdings zuerst in cjner gewissen Mischung mit ihren assyrischen Gewohnheiten das

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