Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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218 1. 6. Erik. ihm zugewiescn war, traten die großen Männer auf und belebten den inneren Volksgeist. Juda wußte sich seine innere straffere Einheit zu bewahren durch die Einheit des Gottesdienstes in Jerusalem, wie in allen seinen religiösen Einrichtungen. Juda entwickelte den Geist zu einer unversiegbaren inneren Festigkeit. Es mußte auch unterliegen, es wurde vom babvlonischen Reiche verschlungen, und dennoch nicht verschlungen; sein staatliches Leben wurde aufgezehrt, aber sein inneres geistiges Leben blieb trotz dem Exil. Juda mußte auswandern, aber cs wanderten blos seine Bürger aus, die Genossen des Glaubens blieben eine Einheit. Die zehn Stämme sind aufgezehrt, ein Theil verband sich mit andern Völkern, ein Theil ging in^ das Reich Juda; dieses aber blieb, blieb der Träger des geistigen Lebens, und mit seinem Namen wird nun benannt die Religion, die durch Jahrtausende als die siegreiche auf dem Kampfplätze sich behauptete. 6. Exil und Rückkehr; Tradition. Lassen Sie uns noch einige Augenblicke bei den verschiedenen Staatengruppirungen verweilen, die zugleich auch den sich entwickelnden religiösen Richtungen innerhalb Israels entsprechen. Rubens so sprachen wir es aus, hatte zuerst ans dem Nomadenzustande heraus feste Sitze sich auserkoren; cs war zuerst zu einem staatenbildenden, volksgründenden Elemente in Israel geworden, wird aber als ein später zurückgedrängter Stamm auch nicht mit der Beachtung behandelt, die seine erste Gründung eines Volksthums vielleicht verdiente. Es war auch sicherlich in der religiösen Entwickelung zurückgeblieben. Wohl ist jenseits des Jordan in dem Gebiete, das Rüben und denen, die sich ihm anschlossen, gehörte, die Gründung der Offenbarungslehre "vollzogen worden. Moses hat dieses Land nicht überschritten, er ist innerhalb desselben geblieben und dort gestorben, dort war zunächst die Offenbarung, dort war also auch die Gründung der jüdischen Idee und die Befestigung derselben, ihre Ausarbeitung nach den verschiedensten Lebensgestaltungen; aber dennoch war es offenbar ein zurückgebliebener Standpunkt, unreif in seiner Entwickelung, die durch höhere Entfaltung verdrängt, dann auch völlig in Vergessenheit gcrieth. Schon früh heißt cs, es habe Rüben mit den andern Stämmen einen Altar sich erbaut dem lebendigen, einzigen Gotte, aber dennoch habe dies Bedenken erregt, als sei hier eine götzendienerische Eigenthümlichkeit, so daß die anderen Stämme fast dieselben mit Krieg über-