Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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!. 5. Geteiltes Vottsthum. 217 zufrieden, die andere aber sagte: Lasset das Kind leben, gebet es ihr ganz, aber tödtet es nur nicht. Da sprach Salomo: Das ist die rechte Mutter; sie giebt es lieber auf, als daß sie sein Leben bedrohte. Ein schöner Zug echter Klugheit! Aber es ist mehr als dies, es ist die volle Bezeichnung der damaligen Volkszustände. Zertheilung des Reiches war die Losung, und die Erbitterung, die der Eine gegen den Andern in sich trug, bewährte sich, als der starke Arm Salomo's erschlafft war; als er starb, da erfolgte die Zertheilung des Reiches wirklich, da machte diese Sehnsucht jedes einzelnen Stammes sich bemerkbar, sich als Gebieter hiuzustellen. Mein ist der lebendige Sohn, mein ist das ganze Volk, so sprach ein jeder dieser Stämme es aus. Nun, so theilet das Reich! Nein, die Theilung wollten sie nicht, die verabscheute der wahre Vaterlandsfreund; dennoch konnte es keiner der Nebenbuhler über sich gewinnen, zu sagen: Gebet ihm das ganze Reich, aber zertheilet es nicht! Salomo's Wort mahnte, aber es zündete nicht; die Theilung des Reiches erfolgte und gegenseitige Gehässigkeit von Juda und Ephraim, Ephraim mehr großstaatlich, Juda ein kleiner Mittelstaat. Wollen Sie einen bezeichnenden Ausdruck dafür hören? Es war ein König Ln Juda, Amazia, ein siegcsgewohnter, kriegsgcrüsteter, tapferer Mann, der manchen Nachbar gedemüthigt und gezüchtigt, der König von Israel war Joas. Nun schickte Amazia zu Joas und ließ ihm sagen: Wohlan! wir wollen uns messen! Da gab Joas die schneidende Antwort: Der Dorn auf dem Libanon schickte einst zur Ceder auf dem Libanon: Wohlan, gieb Deine Tochter meinem Sohn zum Weibe. Da kam ein kleines Thierchen von dem Felde und zertrat den Dorn. Hören Sie hier nicht den Hochmuth einer Großmacht gegenüber einem Mittelstaate? So behandelt Ephraim Juda und es kam so weit, daß Ephraim sich mit auswärtigen Staaten verband, um Juda zu demüthigen. Pekach verband sich mit den Assyriern gegen Juda, und mit solchen Schritten besiegelte Ephraim oder das Reich Israel seinen Untergang; es glaubte sich der israelitischen Idee entwachsen, wollte asiatische Großmacht sein, und um diesem Verlangen nachzukommen, glaubte es das Interesse Israelis, sein geistiges Leben verrathen zu dürfen, um angeblich größeren, allgemeineren Zwecken dienen zu können. Da kam eine größere, die assyrische Macht, und zertrat es. Juda blieb auf dem Kampfplatz stehen, diese assyrische Macht mußte von ihm abziehen, und Juda erhielt sich noch eine längere Zeit, und Ln dieser kurzen Spanne, die