Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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1. s. Getheiltes Volrsthum. 215 Seba trägt Salonio ganz arglos dieses Verlangen des Adoniah vor; Salomo aber ergrimmt und spricht: Nun, verlange gleich für ihn das Reich! Sie sehen, daß in dem Verkehre mit den Kebsweibern des Vaters und Herrschers der Anspruch begründet wurde zur Cr- Werbung der Herrschaft, und so spiegelt sich die Anmaßung des Stammes bereits in dem Beginnen des alten Rüben ab. Nubeniterz, Dathan und Abiram, sind es, die sich gegen Moses empören. Ja, sie erscheinen insgesammt fast als losgelöst, und das andere Israel traut ihnen nicht. Als es einst zum nationalen Kampfe kommt, da spricht Deborah, die Prophetin, das Wort aus: Rüben, warum weiltest Du müßig zwischen den Hürden, zu hören das Blöken der Heerden, ja bei den Strömen Rubens da sind gar große Bedenken. So wird Rüben in den Hintergrund geschoben, getadelt, er, der Ansprüche macht, ohne daß sie Anklang finden. Er will Joseph retten, man hört nicht auf ihn; er will sich für Benjamin verbürgen, er erhält keine Antwort darauf; er beklagt sich später, daß man ihm nicht gefolgt, er findet kein Gehör. Wenn Jakob vor seinem Ende die Söhne segnet, sagt er von ihm: Du warst bestimmt zu Ansehn und Macht, doch flüchtig wie das Wasser hast Du Ansehn Dir verscherzt. Es lebe Rüben, spricht Moses in seinem Segen, er sterbe nicht, es seien seine Mannen eine geringe Anzahl, weiter nichts! Rüben geht auch zuerst zu Grunde. Schon bevor die andern Stämme ins Exil abgeführt wurden, wird sein Land erobert und sie werden Ln die Gefangenschast geführt. Das ist der eine Stamm, der Bedeutung anstrebt, aber zu keiner dauernden gelangen kann. Ein andrer,!nächtigerer ist der Stamm Ephraim. Mit einer wahren Anmuih übergossen ist die Geschichte Ephraims von seiner frühesten Zeit oder vielmehr die Geschichte Josephs, des Vaters Ephraims; sic ist ein Vorbild der späteren Zeit, der Geschichte des Stammes selbst. Joseph ist gleichfalls ein Ersttzeborener, er ist der Erstgeborene des geliebten Weibes, des Weibes, das eigentlich das Weib Jakobs war, das er zuerst geschaut, für das er gedient, das er liebte, das er sein ganzes Leben lang im Herzen trug. Joseph selbst ein schöner, liebenswürdiger Jüngling, wie tritt er überall edel auf! Er blickt träumerisch in die Zukunft, aber gerade darin liegt ein emporstrebender Geist, eine tiefe Ahnung seiner einstigen Bedeutung und Größe, und nicht blos, daß er groß ist und groß wird, sondern er ist auch sittlich groß, seine Reinheit bewährt sich Ln dem Widerstande gegen alle Persuchungen, er bleibt in den schwersten