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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 207

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 207 (sequence 47)
Language
German
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1. 5. Opferdienst. 207 innigen Liebe und Güte gegen die Menschen. Elohim nun versuchte den Abraham. Der alte Gottesbegriff, wie er damals herrschte, war auch in Abraham mächtig, die Anerkennung dieser göttlichen Macht ist Ln ihm so lebendig, daß er als deren treuer Diener sich beweisen will. ״Opfere Deinen einzigen lieben Sohn!" Was hast Du HLheres empfangen, womit kannst Du Deine Unterwürfigkeit besser an den Tag legen? Er ist bereit dazu, alles ist dafür gerüstet; da ruft der Bote des Gottes ״Er ist" vom Himmel hernieder: ״Strecke Deine Hand nicht aus gegen den Knaben." Die höhere Gotteserkenntniß regt sich nun in ihm: Wie, Gott ist mächtig, aber ist er nicht auch allgütig? Gott ist allmächtig, aber ist diese Macht eine tyrannische? Verlangt sie von dem Menschen, daß er seine Gefühle nicht veredle, sondern daß er sie hinschlachte? Ist das Gottesdienst, Gottesdienst die eigene Verstümmelung oder die Verstümmelung des Einzigen, was Dir gehört? Nein! Strecke Deine Hand nicht aus gegen den Knaben, das ist wahre Verehrung des Allerbarmenden, und Abraham opferte den Knaben nicht. Nicht die Bereitwilligkeit zum Opfer ist die wahre Frömmigkeit Abraham's, sondern die Unterlassung desselben, nicht, daß er sein Kind darbringt, sondern, daß er es bewahrt, nicht, daß er sich blind der göttlichen Macht unterwirft, um das Kind von sich loszureißen, sondern daß er Gott Ln seiner höheren und wahreren Würde erkennt, ist seine wahre, geläuterte Frömmigkeit. Darum ist es nicht wohlgethan, auf den Willen zur Opferung immer hinzuweisen als Act der höchsten Frömmigkeit Abraham's, er war und ist vielmehr ein Vorbild dadurch, daß er es unterlassen. So wird uns gleich von vorn herein dieser Kampf dargestellt und zugleich der Sieg des reineren sittlichen Bewußtseins, und dieser Sieg geht durch das ganze Judenthum hindurch. Der Molochdienst wird als ein Greuel verabscheut, den Gott verwirft, der uns tief entwürdigt, und wenn von einem grauenhaften Orte die Rede ist, da wird das Thal Hinnom als solcher bezeichnet, wo dem Moloch geopfert wurde. ״Ge Hinnom", das Thal Hinom, Gehinnom, Geenna, ist später die Bezeichnung des Ortes geworden, wo das Böse zusammengehäuft ist, wo die Strafe ihren schärfsten Ausdruck findet, wo die Verdammniß weilt; es ist die Hölle. So ist das Menschenopfer im Judenthume mit aller Energie bekämpft worden, da gab es keine Vermittelung. Allein auch das thierische Opfer ist nicht minder der Ausdruck

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