Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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l. 4. Frauen. 20t er ist hergefendet von dem hochgeachteten Verwandten aus der Ferne, er soll um die Tochter freien. Man fragt Rebecka, sie hat die volle freie Wahl: Willst Du ziehen? Doch cs zieht sie dorthin, das Herz sagt ihr, daß dort die Stätte sei, wo sie zu gedeihlichem Entfalten gelangen werde, und sie spricht: ״Ja, ich gehe." Sie tritt die Reise an, unbefangen schant sie sich überall um, da tritt der ihr entgegen, dem sie bestimmt ist, ihn das Leben hindurch zu begleiten, und sie fragt: Wer ist der Mann? Der Knecht erwidert: Das ist der Sohn meines Herrn, Jsaae, der, der Dir Dein Lebensgefährte sein soll. Züchtige Rothe umzieht ihre Wangen und sie bedeckt sich mit dem Schleier. ״Er führt sie in das Zelt der Mutter und er liebte sie." Und Jacob führte sein Weib Rahel heim, denn er liebte sie, er diente um sie, und die sieben Jahre waren in seinen Augen ״wie einige Tage". Wir treten weiter vor, es wird die Geschichte des großen Retters uns erzählt, seine Jugend ist umgeben von ernsten Gefahren; Moses wird geboren unter drohenden Wolken, die über Israel heranfzogen. Er wird in einem Kästchen ins Schilfmeer gelegt, die Schwester Miriam duldet es nicht daheim, sie eilt in die Nähe, um zu erfahren, was mit dem Bruder geschehe. Die Königstochter kommt vorbei, um zu baden, sie bemerkt das Kästchen, öffnet es und sieht einen Knaben. Das Mädchen, sonst schüchtern und befangen, aber jetzt, wo es die Rettung des Bruders gilt, tritt muthig heran und sagt: Soll ich Dir eine Sängerin holen von den ebräischen Frauen? Miriam, die in ihrer ersten Kindheit mit solch hingebendem Muthe austritt, es befremdet uns nicht, daß sie dann eine Prophetin ist, und die alten Lehrer sagen von ihr sicherlich schön und wahr: Miriam war für Israel wie ein frischer Brunnquell, der sich labend ergoß; sie verband die glühende Begeisterung für die Wahrheit mit der Innigkeit des weiblichen Gemüthes. Wiederum sagen die alten Lehrer tief erfassend: Durch das Verdienst der Frauen sind die Israeliten aus Aegypten erlöst worden. Die Männer waren dem Drucke hinzegebcn, sie mußten die schwere Arbeit verrichten; wer wahrte das Haus, wer hielt den reinen Sinn aufrecht unter den Kindern, wer hütete das Feuer der Sittlichkeit? Es waren die Mütter, die dafür wirksam waren, und ihr Verdienst war es, daß Israel sich würdig machte, erlöst zu werden aus den Gefahren, die es umgaben. Wir gehen weiter, in die Zeit hinein, die eine trübe, verwirrte Heroenzeit zu werden schien, in die Zeit der Richter, wo die Gesammtheit sich auflöste und dem Anscheine nach zerbröckelte. Bald