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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 197

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 197 (sequence 37)
Language
German
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I. 4. Nationalität. 197 Feste hüten, sie nicht entweihen, an meinem Bunde festhalten: Ich bringe sie auf meine heilige Höhe, erfreue sie in meinem Hause des Gebetes, auch ihre Opfer wohlgefällig auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebetes genannt werden allen Völkern. Es genügt mir nicht, heißt es anderswo, daß Du allein mir treuer Diener seist, so mach' ich Dich zum Lichte für die Völker. Auch von ihnen, heißt cs dann wiederum, werde ich selbst zu Priestern und Leviten nehmen. Die Menschheit soll von der einen Wahrheit umfaßt werden. Es ist thöricht, wenn man spricht, das Judenthum lehre einen Nationalgott, einen Gott, der blos dem einzigen Volke angehöre. Solchen Aussprüchen gegenüber, bei der sich so oft wiederholenden Aussicht in die Zukunft, wo Gott wird einer sein und sein Name nur einer, ist eine derartige Behauptung kindisch. Wohl mag hie und da ein Ausdruck erscheinen, als wäre den Götzen einige Bedeutung beigelegt: Größer ist unser Herr als alle Götter, und ähnlich. Aber wie bezeichnet der Prophet diese, so oft! Ein Hauch und ist Nichts nütze an ihnen. Und mit welcher feinen Ironie zeigt er, wie die Götter gemacht werden, wie die Arbeiter hämmern und einer dem'andern die Hand reicht, und wie der eine Thcil des Stoffes gebraucht wird, um die Speise darauf zu kochen, und der andere, um einen Gott daraus zu verfertigen! Wie kann da von einem Nationalgotte die Rede sein? Ja, von Gott, der zuerst erkannt worden in diescm Volke, ja allein von ihm erkannt worden, der aber Gott der ganzen Welt ist, dessen Thron der Himmel, dessen Fußschemel die Erde ist. Das ist der Gott der Welt, der Gott, der geistig und räumlich Alles durchdringt und erfüllt, der Gott, der dann anerkannt werden wird von allen Völkern. Wir nehmen hier einen Kampf wahr, bei dem freilich manche Acußerungen Vorkommen müssen, die nicht ganz und vollkommen der geistigen Höhe entsprechen, und doch ringt sich's allmälig zu lichter Klarheit durch. Wir schauen den alten Jacob, wie er, von Nacht umringt, kämpfen muß, und es bestäubt sich ein Mann mit ihm und er hinkt an der Hüfte, er wird verletzt, aber er siegt doch, er siegt menschlich und göttlich und er wird zum Segen des Alls. Allein das Judenthum sollte nicht blos einen neuen Gottesgedanken in die Welt bringen, es sollte auch alle menschlichen Verhältnisse verklären und veredeln. Die Männer, die es aussprachen in der alten Zeit: Der eigentliche Grund und Nerv der Lehre ist: Was Dir mißfällt, das thue auch Deinem Nächsten nicht, das ist

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