Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 1. 3. Die Offenbarung. hervorzuheben, dennoch mit jenem -klaren, tiefen Blicke, der in das Innere des Menschen hineinschaut und auf seine Fehler, wie auf seine Vorzüge aufmerksam macht. Die alten Lehrer bezeichnen diesen Unterschied schön. Jesajas dünkt uns ein Mann aus der Residenz, der, bekannt mit der Sitte und dem Glanze des Hofes, des göttlichen Haushalts, nur von seiner Erhabenheit im Allgemeinen spricht, selbst auf hoher Stufe, das Hohe in eigene Höhe ziehend; Ezechiel erscheint uns wie ein Mann vom Dorfe, der mit einem Male hingeführt in das glänzende Stadtleben, nun angeregt sich nicht genug thun kann, das Einzelne, wie das Ganze in ausmalenden Bildern darzustellen. Allerdings sie alle unter sich verschieden, aber doch einer großen Idee huldigend, von einem und demselben höheren Geiste getragen. Sie lieben ihr Vaterland mit tiefer Gluth, ihre Reden, ihre Ermahnungen sind eben an das Volk gerichtet zu den verschiedensten Zeiten, um es aufzurichten, um ihm Kraft und Muth zu verleihen, um das Vaterland und das Volksleben zu stützen und zu heben; sie lieben ihr Vaterland, schildern es gern und freudig als ein Land, das von Milch und Honig fließt, in dem man nicht in Dürftigkeit sein Brot essen müsse, dessen Steine Eisen seien, aus dessen Gebirgen Du das Erz hauest; sie schildern es freudig als ein Land, das von Gott gar mannigfach ausgestattet ist: aber das Wesentlichste bleibt ihnen immer: Denn von Zion geht die Lehre aus und das Wort Gottes von Jerusalem. — Jerusalem, Berge rings um es her, Gott aber rings um sein Volk! Und mit einer Naivetät und Innigkeit wird uns das Verhältniß zwischen diesem Lande und Egypten dargestellt: Das Land, wohin ihr gehet, um es einzunehmen, ist nicht, so heißt es, wie das egyptische Land, aus dem ihr ausgezogen seid; da habt ihr die Saat gesäet und den Boden dann bewässert mit eigener Thätigkeit, wie einen Gemüsegarten. Das Land aber, in das ihr nun einzieht, das ist ein Land von Bergen und Thälern, das trinkt Wasser vom Regen des Himmels; das erforscht Gott immerdar, seine Augen sind immer auf es gerichtet vom Anfänge bis zum Ende des Jahres. Egypten ist allerdings ein Garten Gottes, so erscheint es den Israeliten, ein Land, das durch die jährliche Ueberschwemmung des Nil, durch die Canalisirung überall hin seine Wasser trägt, das mit