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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 184

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 184 (sequence 24)
Language
German
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184 1. 2. Die Religion im Judenthnme. zcn zu Nebcmessern abstumpfen, nicht wird ein Volk gegen das andere das Schwert erheben und nicht werden sie die Kriegskunst erlernen. Und ferner: Es wird einst die Zeit kommen, wo die ganze Natur sich nmgestaltet, wo die wilden Thicre ihre Grausamkeit ablegen werden, der Säugling spielt an der Höhle der Otter, das entwohnte Kind sein Händchen ausstreckt am Aufenthaltsorte des Basilisken, sic werden nicht Uebcles thnn, nicht verwüsten auf meinem heiligen Berge, denn voll wird sein die Erde der Erkenntniß Gottes, wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt. Za ein Licht der Völker soll die Religion sein Allen: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker. Wenn Salomo den Tempel einweiht, so spricht er das Gebet aus auch für den Fremden, der herankommt, auf daß Du, o Gott, ihn hörest im Himmel und ihm seine Wünsche erfüllest. Das ist ein großartiger Blick über sich hinaus, über die eigene Schranke hinweg, ein Streben, das k'undgiebt, daß die Idee im Judenthume mächtiger ist, als das Gefäß, in dem sie zuerst eingehüllt ist; es ist, als tönte überall hindurch das Wort der alten Lehrer: Zerbrich das Gesäß und wahre den köstlichen Inhalt, ihn, der nicht umschlossen werden kann durch das sinnliche, äußere Gefäß. In solcher Weise tritt das Judenthum uns entgegen, und in seiner Einfachheit und Ursprünglichkeit bekundet sich seine uncrschöpfliche Herrlichkeit. Schon aus den gegebenen kurzen Umrissen ergiebt sich, wie ganz anders gestaltet diese Religion in die Welt getreten ist, wie einzig Ln ihrer Art zu der alten Zeit. Noch dazu unter einem Volke, das die Denkthätigkeit nicht in geschlossener, geordneter Weise entfaltete, nicht hervorragt durch Werke sonstiger Wissenschaft und Kunst, aber wie durch innere Kraft getrieben, diese Anschauungen aus sich geboren. Wie kommt dieses kleine Volk, das umschlossen von so vielen mächtigeren Völkern, dem der Blick für die großen Weltbegebenheitcn nicht so erschlossen sein konnte, das um sein nacktes Dasein viele Kämpfe zu führen hatte, auf ein mäßiges Gebiet beschränkt war und alle Kräfte aufbieten mußte, um sich gegen die mächtigen Feinde zu vertheidigen, wie kommt dieses Volk zu dieser Erhabenheit der Anschauungen? Ein Näthsel Ln der Weltgeschichte! Wer gicbt uns die vollständige Lösung?

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