Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 1. 2. Die Neligion im Alterthume. eigentlich nur größere, höhere Menschen sind, denen selbst auch der Sterbliche Widerstand zu leisten vermag, die auch sogar von kühnen Helden verwundet werden. Wird ja Kppris und Ares, er, der Kriegsgott, verwundet von dem dahinstürmcnden Diomedes! Und als Venus ihre Schmach klagt, erwidert ihr tröstend die Mutter: Viele der Unsrigen schon, die olympische Häuser bewohnen, Duldeten Gram von den Menschen. . . . Ueber den Göttern steht eine dunkle Macht, eine unbezwingbare, vor der auch die Götter sich beugen müssen. Ate, die Bethöruug, berückt sie, so daß Agamemnon, auf sic sich berufend, die Veraut- Wörtlichkeit von sich abwälzt und spricht: Aber, was könnt' ich thun? Die Göttin wirkt ja zu Allem, Zeus' ehrwürdige Tochter, die Schuld, die Alle bethöret. *Reizend die Menschen zum Fehl und wenigstens einen verstrickt sie, Ihn ja selber einmal, Zeus, irrte sie, der an Gewalt doch Weit vor Menschen und Göttern emporragt. . . . Er erzählt dann, wie sie ihn getäuscht, .Zeus argwöhnete nicht des Betruges, Sondern schwur ihr den Eid und büßete draus die Verblendung. Nicht vermag Zeus der unentrinnbaren Macht des Geschickes, der Moira, zu gebieten, und er bricht in die Klage aus: Weh' mir, weh', nun gebeut das Geschick, daß Sarpedon, der Menschen Theuerstcr, mir von Patroclos, Mönotioö' Sohne, gefällt wird. Dieselbe Lehre ertönt nach Jahrhunderten wieder bei Sophokles: Streng waltet gewiß hohen Geschickes Obmacht, Noch mag ihr Ares, noch der Trotz, Noch Thürme, noch das dunkle Schiff, Von Meerfluth rings umrauscht, enteilen. Also auch Ares, der Kriegsgott, muß sich unter diese dunkle Macht beugen. Daß von Allwissenheit der Götter, oder des höchsten Gottes, nicht die Rede sein kann, darüber belehrt uns schon, daß sie der Ate unterthan sind, von ihr bethört und durch Unkenntniß dessen, was geschchen soll, getäuscht werden. Da mag es uns nicht wundern, wenn wir gar seltsame, naive Aeußerungen hören über das Leben der Göttcr, wie sie behaglich sich dem Schlafe hingeben: Alle nunmehr, so Götter wie gaulgerüstete Männer, Schliefen die ganze Nacht, nur Zeus nicht labte der Schlummer, Sondern er sann unruhig im Geist nur.