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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 166

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 166 (sequence 6)
Language
German
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166 I. 1. Das Wesen der Religion. Allerdings jx bedurfte cs zur Erklärung der Gesetze und wie sic wirken wohl nicht, auch anzugebcu, wie diese Gesetze entstanden sind und wer sie als ewige, unabänderliche hingestellt hat. Aber was der Mann des Faches bei Seite schieben kann, das kann der denkende Mensch nicht lassen, er muß eine höhere Ursache aufsuchen, die nach vernünftigen Gründen schafft. Ist cs ja nicht die äußere Natur allein, die er zu erklären hat, er muß ja selbst miterklärt werden, er ist lmt ein Stück der Natur, und in sich selbst cindringcu, das bleibt eine Aufgabe, die er nicht von sich abweisen kann. Aber grade sich selbst wird der Mensch das größte Räthsel, je mehr er über sich nachdenkt. Mail hat zwar vcrsucht, den Mcuschen ganz nahe hinauzurücken au ähnliche Wesen, man sprach von gewissen Affeugattungeu, die von den Mensche!! nur ein klein wenig entfernt seien. Da sei manche Affcngattung, so .sprach mau, wie in Trübsinn befangen, als sei ein Sehnen in ihr, ans dieser beengten Befangenheit herauözukommen. Eine sinnige Betrachtung, wie ein Mensch sie in die Thierseele hineinlegt, aber auch wohl nur hiueinlcgt, wenn er die thierische Dumpfheit als.Trübsinn auffaßt und darstellt. Die Entfernung zwischen den am vollkouunensten organisirtcn Thieren und dem Menschen selbst bleibt eine Kluft, die durchaus unausfüllbar ist. Der Mensch, der trotz seiner nicht bedeutenden Kraft des Körpers, trotzdem daß er in körperlichen Beziehungen mannigfach nachsteht anderen Thieren, die gewaltiger und gewandter sind, der Mensch, der trotzdem der Herr der Erde, der ganzen Schöpfung geworden ist, der immer mehr und mehr sich alles unterthan macht in der Natur und in der Thierwclt, der überall hin sich anschlicßt und alte Verhältnisse sich zu unterwerfen weiß, — ihn nur im Entferntesten in Parallele zu stellen mit irgend einem Thier, das abgeschlossen lebt, das immer auf derselben Stufe verbleibt, in eine bestimmte Weltgegend hingewicsen ist, das, ohne irgend wie einen Einfluß zu üben auf die übrige Gcsammtschöpfung, dahingeht und keine Spur zurück'läßt, — man muß bekennen, cs sieht einem kindischen Trotze ähnlich, der seine eigenen Kostbarkeiten hinwegwirft und zertrümmert! Nein! der Mensch ist ein durchaus auders gearteter. Er, der au Raum und Zeit wie alles Körperliche und Irdische gebunden ist, der einzelne Mensch, der an einen bestimrutcn Boden geknüpft ist, der in einen! kleinen Zeitthcilchen sich bewegt, er überwindet dennoch lviederuu! Raum und Zeit in seinem Innern, er vermag sich in die entlegensten Gegenden zu versetzen, er kann die

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