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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 2 (1863) · p. Seite 152

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 152 (sequence 72)
Language
German
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152 Journal-Revue. getreten sein könne. — Solche aufgegrabene zersprengte Trümmer aus der Zeit der Ursprünge des Karäismus find für unsere geschichtliche Erkenntniß von großer Bedeutung. Sie zeigen uns die Hast, mit der man nicht blos dem Untergänge Verfallendes alls dem Saddncäismus neu befestigen, sondern auch?mit gesetzlicher Rigorosität neue Erschwerungen auferlegen wollte, um den Ruhm eifriger biblischer Frömmigkeit für sich in Anspruch zu nehmen. Sie zeigen uns immer mehr, daß nicht größere wissenschaftlich-exegetische Einsicht den Abfall des Karäismus erzeugte, vielmehr eine bestehende gesetzliche Differenz sich frisch begründen wollte und nach biblischen Stützen oft sehr willkürlich umhertastete, bis erst allmälig der Rückgang zur Nüchternheit mehr die objective Bibelerklärung begünstigte. Während nun in Spanien die hebr. Sprachwissenschaft durch die beiden großen Meister auf soliden Grundlagen errichtet wurde, verfolgte man im Orient noch immer die alte Methode. Hai Gaon, der ältere Zeitgenosse Abulwalid's, beschäftigte sich viel mit Wortertlärung und schrieb selbst ein Wörterbuch, das den Titel Al-Hawi (bei A. E. hebr. Ha-Meassef) trägt und das sicher auch manches Brauchbare enthielt, besonders durch Vergleichung des thalmudischen Wortschatzes, denn ihm widmete Hai besondere Aufmerksamkeit. Sein Wörterbuch ist jedoch nicht aufbcwahrt worden, und nur sehr sparliche Anführungen sind von ihm überliefert. Hr. N. führt manches Interessante an, darunter auch die sehr werthvolle Stelle aus Joseph's ben Jehuda* **)) Comm. zum HL., auf welche bereits Steinschneider mehrfach aufmerksam gemacht. Joseph beruft sich nämlich bei seiner Benützung arabischer Schriftsteller auf Hai, der Aehnliches gethan, ja wie Samuel Nagid in seinem Al-Jstagna' (dem Sefer ha-'Oscher bei A. E.) zur Entschuldigung mehrfach von ihm angeführter christlicher Erklärungen berichte, daß Mazliach ben Al-Bozk, ein Dajan aus Sieilien, ihm in einem Sendschreiben über Hai mitgetheilt habe, dieser habe einst, angelangt bei der schwierigen Stelle Ps. 141, 5 ihn (den Mazliach) zu seiner großen Verwunderung auf den christlichen Katholikos hingewiesen. Hai habe Mazl.'s Erstarrnen darüber beschwichtigt, da die Altvordern nicht minder sich überall her Belehrung geholt; Mazl. ging nun zum Katholikos, und dieser theilte ihm die syr. Uebersetzung des Verses mit"). *) Daß dieser mit Joseph Aknin identisch ist, sollte wohl jetzt nicht mehr bezweifelt werden. **) Die syr. Uebersetzung, wie sie der Katholikos mitgetheilt haben soll

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