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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 2 (1863) · p. Seite 151

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 151 (sequence 71)
Language
German
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Alte jüd. Lerikographen. 151 Anan den ehelichen Umgang untersagt habe, wenn die Frau im Zustande der Schwangerschaft sei. Daß Anan die offenbar alte saddncäische Ansicht, die Strenge der Sabbathfeier auch auf das Verbot des ehelichen Umganges an diesem Tage auszudehnen, angenommen und sogar die Worte 2. Mos. 34, 21: Du sollst ״beim Ackern" und beim Ernten die Sabbathruhe beobachten, dahin auslegt, ersahreu wir aus Wen Esra. Ganz unbekannt war jedoch bisher, daß Anan den ehelichen Umgang mit dem eigenen Weibe, wenn sie schwanger ist, untersagt. Und auch dafür sucht er eine Schriststelle beizubringen. Die Worte nämlich Ezech. 18, 6, welche von dem Frommen aussagen: auf (bei) den Bergen hat er nicht gegessen, d. h. sich nicht an götzendienerischen Höhenopfern betheiligt, deutet er: er hat von den Schwängern nicht Genuß gehabt, indem er הריס als ״Schwangere", nicht als Berge auffaßt! —Freilich hat diese gesetzliche Bestimmung ttitb Versdeutung keinen Eingang bei den Karäern gefunden. Vielmehr bestreitet sie schon, wie uns Abulw. weiter berichtet, Ben-Sita, der aus Wen-Esra bekannte karä'Lsche Schrifterklärcr und Gegner des Saadias, dem wir nun hier wiederbegegnen und dessen arabischen Namen wir auch hier erfahren, nämlich: Abul- Ben-Sita ist sonst auch nicht ängstlich in seltsamen Schriftdeutungeu, und es ist uns gerade unter anderen auch Ln Beziehung auf eheliches Leben eine Probe davon aufbewahrt, wenn er die Worte 2. Mos. 22, 28: Deine Fülle (erste reife Frucht) und Deine Thräne (Erstling des Oeles) sollst Du nicht zurückhalten (nicht der Darbringung an Gott entziehen), dahin deutet, man solle Schwangerschaft und eheliches Beiwohnen nicht verzögern, solle die Erzielung von Kindern nicht vernachlässigen, wie uns Aben-Esra zur St. mittheilt. Vielleicht war sogar schon diese Erklärung eine Polemik gegen Anan, und A. E. hat sie blos flüchtig gegeben; es mag nämlich sein, daß B. S. es dahin deutet: Du sollst Deine Schwangere (מלאתך) nicht versäumen, sollst vielmehr mit ihr den ehelichen Umgang fortsetzen. Jedenfalls theilt er Anan's Ansicht und Erklärung des Verses in Ezechiel nicht, und er bringt zum Beweise gegen ihn die Vorschrift im 5. Mos. 24, 5, wonach der Mann im ersten Jahre seiner Ehe feinem Hause angehören solle, ihm also gewiß der eheliche Umgang in dieser Zeit nicht untersagt sei, weil bereits Schwangerschaft ein- *) So ist wohl richtiger אבו אלערי und nicht mit Hrn. N. Art auszusprechen.

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