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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 2 (1863) · p. Seite 149

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 149 (sequence 69)
Language
German
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Me jüd. Lexikographen. 149 Dieses Mißverständniß Pinsker's, dem Fürst folgt, glaube ich Ln der Ztschr. d. DMG. XVI S. 292 ff. aufs Klarste als solches dargelegt zu haben; um so auffallender ist es, daß Hr. N. im Wesentlichen gleichfalls die Ansicht P.'s ausnimmt, wenn er auch Einiges an ihr berichtigt. Eine andere fabelhafte Annahme, welche Koreisch zum Karäer macht, ihn auch um ein Jahrhundert (in das 9. aus dem 10.) hinaufrückt, widerlegt der Verf., wie auch ich es mehrfach gethan habe. Uebrigens verdient Koreisch nach seiner uns vorliegenden Schrift noch eine genauere Besprechung, sowie die Ausgabe sehr vieler Berichtigungen bedarf. Der Verf. bespricht dann sehr kurz die beiden allein unter den Spaniern und Nordafrikanern hebräisch schreibenden Menachem b. Saruk und Dunasch (Adonim) b. La brat (ha-Levi), deren Werke uns nun gleichfalls gedruckt vorliegen. Auch ihnen muß noch eine eingehendere Besprechung werden, namentlich auch ihren Schülern, aus deren Streitschriften uns Pinsker höchst interessante, aber theilweise von ihm mißverstandene Bruchstücke mitgetheilt hat. Menachem's Bedeutung liegt mehr in seinem. Sammlersiciße, mit dem er alles Bisherige zusammentrug, zugleich aber auch darin, daß er die hebr. Sprache zur Gelehrtensprache erhob für die jüdischen Schriftsteller aller Orten. Dnnasch ist blos Kritiker, aber als solcher ein wichtiges Glied in der Entwickelungsgeschichte der hebr. Sprachwissenschast. In der Exegese vertrat er die objective, aus dem natürlichen Wortsinne hervorgehende Erklärung der Stellen gegen alle dogmatischen und philosophischen Voraussetzungen, die vorzüglich bei Saadias, aber auch noch bei Menachem maßgebend sind. Mit demselben richtigen Sprachgefühle beginnt er auch sich tiefer in die Eigenthümlichkeiten des grammatischen Baues der hebr. Sprache zu versenken, und wenn er auch noch nicht zur Sicherheit gelangte über die DreibuchstabigkeLL der schwachen Stämme, so leitete ihn doch bereits ein geübter Tact in deren Unterscheidung, ״er erwachte — wie Aben Esra sich ausdrückt — ein wenig aus dem Schlafe der Thorheit." Die heftigen Angriffe aber, welche sich Dunasch gegen Menachem erlaubte, haben die Schüler des Letzteren nicht blos zur Vertheidigung ihres Lehrers angeregt, sondern zu einer Vertiefung in Sprachstudien, die zu einer weit größeren wissenschaftlichen Einsicht führte, als Dunasch sie kaum geahnt hatte. Denn aus Menachem's Schule gingen offenbar Juda bell Daud Chajug' und Isaak Gikatilia, einer der Lehrer Abulwalid's, hervor.

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