Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2420979-2420981--0474-2421551- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Pinsler: Das bab.-hebr. Punctationssystem. 141 gelesen werde, entsprechend dem Thargum und Hieronymus. Von Hrn. P. erfahren wir jedoch (S. 2), daß in dem babyl. Cod. alle drei Male נסתם gelesen wird, wie es auch 70 und Symmachus (reliqui infcerpretes bei Hieronymus) wiedergeben (vgl. Urschrift S. 482 und 488 Anm.). Hierher gehört auch die abweichende Punctation von פתחן, Jes. 3, 17, nämlich ob das Pe mit Pathach oder Kamez, und Hiob 29, 18, ob Cholem oder Schurek zu lesen sei, welche Urschrift S. 405 und 483 besprochen ist, jedoch, so weit ich sehe, von Hrn. P. mit Stillschweigen Übergängen wird. Noch bedeutsamer ist die Abweichung, wenn sie sich sogar auf die Konsonanten bezieht. Bekanntlich ist uns eine solche Liste von Differenzen zwischen den Madinchatz (Babyloniern) und Ma'arbav (Palästinensern) aufbewahrt, die aber ebenso unvollständig wie incorreet ist. Hr. P. fand jedoch in einem Codex aus dem Jahre 1010 eine weit vollständigere und richtigere Liste, der babyl. Codex aber von 916, welcher die drei großen und zwölf kleinen Propheten vollständig enthält, bot in seinem Texte wie in seiner Maßorah noch eine größere Anzahl babylonischer, von den unfern, welche den palästinenfischen Schulen folgen, abweichender Lesarten. Was hierüber der Vrf. auf S. 121 —132 mittheilt und eingehend bespricht, ist von hohem Interesse. Zwar haben diejenigen Abweichungen, welche blos orthographisch sind, wie wenn sie die volle und defeetive Schreibung, d. h. die Setzung oder Weglassung von Lesemüttern und Aehnliches betreffen, oft sehr geringen Werth, doch verbirgt sich zuweilen auch in dieser scheinbar blos kleinlichen Abweichung ein weiteres Auseinandergehen und enthüllt uns eine historische Umwandelung, welche uns bei bloßer Beachtung des nach den Palästinern fcstgestellten Textes ganz verborgen bliebe. So habe ich Urschrift S. 235 f. aus den zahlreichen Stellen, in denen sich im bab. Cod. die Schreibung תא auch für das Femininum erhalten hat, nachgewiesen, daß diese alte Schreibweise erst später corrigirt wurde und daß man sie in unfern Texten nur im Pent., den man mit religiöserer Sorgfalt in seiner ursprünglilichen Gestalt zu bewahren bemüht war, stehen ließ. Hier nämlich findet sich das weibliche תא durchgehends mit Ausnahme von elf (nach Andern: neun) Stellen, in welche doch das spätere היא eingedrungen, während in den anderen biblischen Schriften היא ohne Ausnahme herrschend wurde. Allein schon unsere Liste der Differenzen zwischen Babyloniern und Palästinensern giebt zwei oder drei Stellen, an welchen die ersteren תא schreiben, und die Varianten, welche Pinner