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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 2 (1863) · p. Seite 126

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 126 (sequence 46)
Language
German
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126 iy. Gotthold Salomon und Gabriel Messer, sich so mannigfaches Irdische und Geringfügige um ihn, daß seine Bedeutung nicht in voller Reinheit sich darstellen kann. Seine Kraft ist eine begrenzte, die Aufgabe der Weltgeschichte aber ist eine umfassende; leicht versagt seine Begabung, wenn sie auch Anfangs gewaltig eingegriffen und gefördert, für die weiter vorangeschrittene Arbeit, die er selbst mit emporgehoben. Er versenkt sich in die Anschauung, durch welche er Großartiges gewirkt; die Zeit aber hat auch diese überschritten, und er erscheint dann allmälig als ein Zurückgebliebener. Und wie erst, wenn die Mattigkeit des Alters, die Abnahme der körperlichen, vielleicht auch der geistigen Kräfte eintrittl Die Welt verjüngt sich, aber nicht mit ihr der einzelne Mensch. So scheidet der Mensch zuweilen gerade bei lebendem Leibe aus dem Kreise des voll pulsirenden Lebens. Anders, wenn ihn der Tod aus der unmittelbaren Mitwirkung in den Kreis der Geschichte versetzt. Hier, in dem Zusammenhänge der geistigen Bestrebungen, steht er auf dem Platze, den er sich erwählt und auf dem er gekämpft, gerungen und gefördert, in seiner vollen wirksamen Lebenskraft, da ist ihm die Unvergänglichkeit gesichert. Wenn wir den Lebenslauf eines solchen verdienstvollen Menschen überblicken, versetzen wir uns aus der unmittelbaren Gegenwart Ln die Zeit, da sein Streben so frisch und so fruchtbar war; es treten die Umstände uns entgegen, unter denen seine Wirksamkeit hohe Bedeutung gewonnen. Wenn wir sein Gedächtniß erneuen, sein ganzes Leben uns vergegenwärtigen, wissen wir seine Erfolge, die sich bei uns bereits eingelebt haben und sich daher im Gewöhnlichen der Betrachtung entziehen, nach ihrem vollen Werthe zu würdigen. Solche Rückerinnerung ist nicht blos eine wissenschaftliche Arbeit der Geschichtsbetrachtung, nicht blos ein Werk der Pietät, sie enthält eine lebenspendende Kraft für Gegenwart und Zukunft. Das Bild eines großen Menschen in seiner Reinheit, in der Innerlichkeit seines Strebens, Ln der Weihe seiner Begeisterung, in der hingcbenden Treue, mit der er an der erkannten Aufgabe festhielt. Ln dem Muthe und dem Erfolge, mit dem er auch Verkennung ertrug und besiegte, hat etwas so ungemein Erhebendes, daß es die Nacheiferung erweckt. Ob unsere Zeit ganz besonders solcher Antriebe bedarf? Wir wollen die Antwort dem kommenden Geschlechts überlassen, sein wird die Entscheidung bleiben, ob auch ihm die Gegenwart Männer übcrliefert, deren Andenken es erwärmt. , Jedenfalls leuchtet das vorangegaugene Menschenalter uns strahlend mit solchen ewig lebenden Na-:

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