Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iv. GoLLHold Salomon und Gabriel Messer. 125 Mitte des babylonischen Exils als der Zeitpunkt anzunehmen sei, in welchem dieses Fest seinen Ursprung nahm. Seine Annahme scheint mir sehr problematisch. George will aus Zacharias 1, 7 herleiten, daß das Versöhnnngsfest zur Zeit des Zacharias schon bestanden habe. Ich kann diese Spur nicht finden, vielmehr entnehme ich aus Zacharias 8, 19 so wie aus dem ganzen Capitel, daß derselbe keinen Fasttag mehr haben will; auch der צו□ השביעי ist aufgehoben und nicht erwähnt, daß noch ein anderer Fasttag im siebenten Monat fortbestehen soll. Besonders sprechen die Verse 16 und 17 dafür, daß Zacharias allen Werth auf ein sittliches, nach Recht und Wahrheit geordnetes Leben legt, und keinen auf irgend ein Fasten. Dazu kommt die oben erwähnte Stelle im Nehem., die viel jünger ist und doch des י״כ noch nicht Erwähnung thut. Bleibe darum das Wann? unbestimmt. Was liegt daran? Dem Feste selbst ist nichts benommen, ob es etwas früher oder später das geworden ist, was es geworden ist. Was es ist — eine Manifestation der hohen religiösen Richtung, ein Ausdruck des Bedürfnisses der Reinheit vor Gott, in dem Sinne, wie das Prophetenamt es verklärt und die äußere Feier auf die Innerlichkeit des Denkens und Wollens zurückführt und sie so vergeistigt und an ihre rechte Stelle setzt — das und das ganz gewiß spricht für den hohen Werth und die Bedeutung, welche dieses Fest behalten muß im Judenthume, so lange dieses in Kern und Wesen seine Aufgabe erfüllen will. B. Wechsler. IV. Gotthold Salomon und Gabriel Riester. Lin Andenken. Wir stehen nicht an einer Todtenbahre, nicht der Moderduft einer Leiche betäubt uns; der lebendige Geist eines uns entrückten Mannes haucht wls an und erweckt uns zu frischem Leben. Es ist ein bedeutsames Wort, das im Judenthume sprüchwörtlich geworden: ״Manner von Verdienst heißen gerade, wenn sie irdisch todt sind, Lebendige" (Berachoth 18 a). Solange der Mensch hienieden weilt, schlingt