Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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308 Steinschneider. letzterer gebraucht fast denselben Ausdruck des Zweifels an der Autorschaft, wie unser Verfasser 1״). B. Die Sprache dieser Halachot war die damals übliche aramäische, nur einzelne Wörter, Redensarten und Sätze, wie in Stellen des Talmuds selbst, mochten zufällig hebräisch sein. Hierin wird man wohl Napoport (PO VI, 237) beistimmcn müssen, schon wegen der speziellen Zeugnisse, unter welchen das unseres Autors durch das Verhältnis; zu Midr. Haschkcm (unter Anh. I) besonderes Gewicht erhält, da eine so durchgreifende Konfusion der getrennten Necensionen kaum denkbar ist. Es wird aber dies durch die Geschichte der hebräischen Sprache in der jüdischen Literatnr überhaupt unterstützt, deren Grundzügc Napoport (Vorrede zu Parchon) im Allgemeinen sachgemäß dargestellt hat. Hebräische Schriften im engeren Sinne des Wortes gehören jener Periode über- Haupt nicht an, und nur dem Bestreben, gegenüber den mühsam erwordenen Grnndzügen neue Spezialitäten hinzustellcn, welche Alles auf den Kopf stellen, ist cs zuzuschreiben, wenn in neuester Zeit allerlei hebräische Schriften in jene Periode verlegt worden, wobei eine ostensible Reaktion gegen ein angebliches Bestreben alte Schriften herabzurücken, den Schein von konservativer Kritik hergcben soll*'). Es werden zu diesem Zwecke bescheidene Zweifel von Sachkennern und hingeworfene Behauptungen unkritischer Autoren als sichere Daten hingestellt. Luzzatto (Biblioth. Bl. 53) hat darauf hingewiesen, daß die Citate aus Pesukot und Kcznbot in Machsor Vitri rein hebräisch sind, giebt aber zu, daß sie, aus der Rccension des Josef Tob Elem entnommen, auch in's Hebräische übersetzt sein könnten, während er in den gedruckten )״P nur einerlei Idiom erkennt. Dagegen belehrt uns Grätz (Gesch. V, 208), mit Berufung auf Luzzatto, daß der Vers, das Werk in ״hebräischer Sprache abgcfaßt und damit den Talmud volksthümlich und für jedermann verständlich gemacht hat." 10> שמו hy [בהלכות קריאות [קרואות (Geiger's Zettschr. v, 400), wo zugleich die Authenticität einer Stelle gelaugnet wird — also lange vor Rapoport, den L׳ zzatto .בית האוצר Bl. 53) auf die Autorität der Codices hinweist. — א^מנסובח bei unserem Autor ist wörtlich ר,מיותמות (jedoch mit Sing, wie im Arab. gewöhnlich). ״) Dahin gehört auch die neueste Entdeckung, daß die נסתרות דרשב״י, oder vielmehr der Vordertheil derselben zwischen dem 5. August und Oktober