Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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302 Journal-Revue. nicht aus einer dieser Richtungen erklärt werden kann, so liegt ja auf der Hand, daß sie weder aus Personen, noch aus Richtungen, sondern aus der Sache selbst erklärt werden muß." Er weist dann nach, wie er die sämmtlichcn Bücher ihrer Substanz nach für durchaus glaubwürdig hält, durch ihre Beschaffenheit aber gezwungen wird, im Einzelnen Manches als nicht genügend verbürgt anzusehen. ״Diese Bemerkungen im Einzelnen, heißt es darin, mögen ausreichen den Satz zu begründen, daß man die Inspiration der bibl. Geschichtsschrcibcr nicht anders bestimmen kann, denn daß sie die Geschichte des Reiches des alten Bundes im Geiste desselben dargestellt haben. Ist damit die Wahrheit, Würdigkeit und Heiligkeit ihres Standpunktes im Wesentlichen ausgesprochen, so liegen schon in der Thatsache, daß sie mündliche und schriftliche Quellen benützt haben, in der nachweisbar mechanischen Art ihrer Quellenbcuutzung, nach der sie selbst Widersprechendes anfnehmen, in der Eigenthümlichkeit der theokratischen Geschichtsbetrachtung, welche mit Uebcrgehung der menschlichen Zusammenhänge die göttlichen Kräfte und Zwecke zur Darstellung bringen will, endlich in den besonderen Zielen, welche die einzelnen Geschichtsschreiber nach Eigenthümlichkeit, Stand, Zeit verfolgten, Momente, welche der kritischen Betrachtung mehr Rechte einräumen, als man kirchlicherseits gewöhnlich zugiebt." Der Manier, die ״gefährliche" Kritik verleugnen zu müssen im Interesse des Glaubens, wenigstens ihr vorsichtig aus dem Wege zu gehen, setzt K. entgegen: ״Ich verlange von jedem Manne im Leben, daß, wenn cs sich um's Theucrste handelt, er die Selbstübcr- Windung und Gerechtigkeit hat, der Wahrheit in's Angesicht zu sehen. , . . Ein wahrer Theologe, welcher weiß, daß sein Gott Herr Himmels und der Erde ist, muß doch soviel Zutrauen haben zur Sache des Reiches Gottes, daß er den Math und die Kraft hat, die Thatsachen desselben zu nehmen, wie sie liegen, nicht wie so viele positive Theologen scheu und ängstlich an dem Abgrund der Kritik vorbeizugehcu, sondern mit der Losung: Nur frisch hinein, cs wird so tief nicht sein! Ln denselben hinabzuspringen, ob er sich vielleicht schließe". Im Einzelnen bespricht dann K. das Verhältnis der beiden Schöpfungsberichte in 1 Mos. 1 u. 2, zu einander, die Untcrschcidüng der zwei verschiedenen, besonders an den abweichenden Gottesnamcn kenntlichen Urkunden in den 4 ersten Büchern und den nichtmosaischen Ursprung des Deuteronomiums. Der aus der ganz