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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 300

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 300 (sequence 56)
Language
German
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300 Journal-Revue. Schriften selbst nicht vor, und ich berichte blos nach der Protest. KZ. N. 21 (vgl. N. 28), in welcher jedoch die wesentlichen Stellen, um die cs sich handelt, mit den Worten des Verfassers wiedergegeben sind. Herr Dt. Kahms gehörte und gehört zu den eifrigsten Vcrtheidigern des Alt-Lutherthums, protcstirte allezeit und heute noch gegen die Union, vertritt die subtile Differenz in der Abendmahlslehre mit allen Waffen dieser Richtung. Dennoch hatte er in dem ersten, im v. I. erschienenen Bande seines Werkes: Die lutherische Dogmatik, historisch-genetisch dargestellt, sich freisinnigen Anschannngen zugewandt, theils in Betreff einiger specifisch-christlichcn Lehren, theils in seiner Stellung zum biblischen Kanon. Bekanntlich nun hält Hr. Dr. Hengstcnberg mit dem Beginne eines jeden Jahres in einem weitläufigen ״Vorwort" zu seiner evangel. KZ. großes und strenges Gericht über alle kirchlichen und wissenschaftlichen Ereignisse des abgelaufenen Jahres, und so ward von ihm auch Kahnis als ein Abgesattener, der den giftigen Einflüssen der zeitlichen Luftströmung nicht zu widerstehen vermöge, kurzweg abgcthan. H. gehört nun emrnal zu den Anhängern jener Art von Orthodoxie, die, wie K. sagt, ״dem Herrn ein Greuel ist, die gar nichr existiren können, ohne Andere zu zerstören, gleich dem Feuer, das nur ist, indem cs frißt. Das Gefährliche an dieser Orthodoxie ist, daß sie fortwährend Lust hat sich zu ärgern." Allein gefährlich ist eine solche Orthodoxie immerhin auch in ihren Folgen. In ihrem Poltern und Steifen ans das Herkommen erblicken schwache Gemüther Festigkeit des Glaubens, und die Verdächtigung sindct ein leichtes Gehör. K., im guten Bewußtsein redlicher Forschung, glaubte sich wie der Wissenschaft es schuldig zu sein, nicht etwa bloße Belhcuerungen seiner unwandelbaren Rechtgläubigkeit in die Welt zu schicken, sondern für das gute Recht der Wissenschaft einznstehen. Er thut Dies in einer kleinen Schrift, welche den Titel führt: Zeugniß von den Grundwahrheiten des Protestantismus gegen Dr. H. In dem ersten Abschnitte dieser Schrift spricht er sich über seinen Standpunkt im Allgemeinen aus, über seine Auffassung einiger christl. Lehren, seine Stellung zur Union und zur luth. Kirche. Er sagt hier u. A.: ״Es gicbt einen Fortschritt im Reiche Gottes, und er müßte nothwendig zum Bruche führen, wenn man nicht die Stellung zum Bekenntniß frei faßt. Ich weiß wohl, daß dieser Hinweis auf Fortarbcit im Werke der Reformation nicht Wenigen höchst unbequem ist. Wer aber keine Bewegung will, der muß überhaupt

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