Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Alte jüdische Lexikographen. 293 Die Uebersetzung dieser Stelle lautet: 5״ Mos. 5, 5 (von welchem Verse hier vier Worte angegeben find, die aber blos Stcllenangabe sind, und zwar hinweisend auf die folgenden Verse, welche den Dekalog enthalten). Diese zweite Lesart der zehn Gebote ist wie sie sich auf den zweiten Tafeln befunden, die Veränderungen und Zusätze darin (in Vergleich mit dem Dekaloge in Exodus) sind eben danach, wie sie Gott selbst in ihnen (den zweiten Tafeln) geschrieben. Saadia Gaon nun glaubt, cs seien Dies zwei verschiedene Offenbarungen, und dieselbe Ansicht stellt er auf in Betreff der Psalmen, welche (im Psalmbuche) wiederholt Vorkommen, aber mit Abweichungen in einzelnen Wörtern, ebenso in Betreff der Verschiedenheiten zwischen den Babyloniern und den Palästinensern. So z. B. wenn die Babylonier in Zachar. 14, 4 die Worte ביום ההוא zurücklassen, welche die Palästinenser hinzufügen, so sagt er (Saad.), Dies beweise, daß diese Prophezeiung in zwei verschiedenen Formen offenbart worden sei (Gott selbst sie einmal mit diesen Worten, einmal ohne sie dem Propheten verkündet habe), und desgleichen hält er bei einer jeden andern Prophezeiung, in welcher sich ähnliche Verschiedenheiten sinden, an beiden Lesarten fest, indem beide offenbart worden seien. Ich jedoch finde es wahrscheinlicher, daß dergleichen Verschiedenheiten die Tradition veranlaßt hat, indem ohne Zweifel Einige es von dem Propheten mit diesem Ausdrucke, Andere mit dem andern empfangen haben, und man hielt nun beide Traditionen fest. Dies halte ich auch für die Ursache der Differenzen zwischen Ben-Ascher und Ben- Nafthali, daß nämlich jeder eine Abschrift fand gemäß seinem Ausspräche, die er dann annahm, die abweichende nicht beachtend. Und so verhält es sich mit allen Abweichungen zwischen den Maarbas und den Madinchae, welche die Alten festgestcllt (als deren Differenzen überliefert) haben." Hier schließt nun die Besprechung der zwei Reeensioneu des Dekalogs und der daran angelehnten Differenzen der Maßorethen-Schulen, und cs folgt eine durchaus nicht mehr mit dem Früheren in Zusammenhang stehende Erklärung einer etwas späteren Stelle aus dem Deuter. ״Die Worte ״ein Land, das von Milch und Honig fließt", welche am Ende des Verses 6, 3 stehen, stehen nicht mit diesem Verse in engem Zusammenhänge, sind vielmehr mit dem vorhergehenden V. 2׳ verbunden, so daß der Sinn ist: ״damit Deine Tage lang werden . . . wie Gott, der Gott Deiner Väter, Dir zugesagt ein Land, das von Milch und Honig fließt". Die Erklärung der letzteren Stelle hat richtiger noch Aben Esra, 2<J