Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Alte jüdische Lexikographen. 289 teu griechisch und die in Babylonien den babyl. Dialekt des Aramaischen sprachen, beweist Nichts dafür, daß auch im Mutterlande, in Palästina, das Hebräische vernachlässigt worden. Der Vers, fügt freilich hinzu, ״schon lange vorher habe man den Gebrauch angenommen, die beim Gottesdienste vorgelesenen Abschnitte des Pentatench in die vulgäre Sprache zu übersetzen". Das sieht ans, als sei dieser Gebrauch in Palästina etwas Anderes als das Thargum, das angeblich für das Bedürfnis der babylonischen Juden angcfertigt worden, und als sei dieser Gebrauch ״schon lange vorher", also wohl noch gar vor der Herstellung des zweiten Tempels, angenommen worden. Allein das Thargum ist eben nichts Anderes als diese sich allmälig feststellende mündliche chaldäische Uebersetzung der Perikopen, die für die Palästinenser als nöthig erachtet wurde, die dann erst später, und zwar gegen das vierte nachchristliche Jahrhundert, als die jüdischen Hochschulen in Babylonien blühten, in ihrer gegenwäriigc» babylonischen Gestalt, und zwar unter dem Namen des Dukelos für Pentateuch und dem des Jonathan für die Propheten, abgeschlossen wurde, während in Palästina das ältere Thargum flüssig blieb, noch später seine Schlußredaction erhielt, wie wir es für die Hagiographen in unserm gewöhnlichen Thargum, für den Pentateuch in den zwei abweichenden Necensionen des Pseudo-Jonathan und des jerusalemischen Fragmenten-Thargums besitzen, in welchen aber sehr viele alte Elemente aufbewahrt sind. Der Verf. jedoch iguorirt die Ergebnisse der neueren Forschungen über die Thargume in solchem Maße, daß er an einem Orte (S. 475 Anm. 4) das Thargnm zu den Sprüchen sogar als onkelosisch citirt! Der alte Lexikograph David ben Abraham — von dem später die Rede sein wird — bemerkt nämlich an einer Stelle, manche männliche Substantiva hätten weibliche Endung, wie ]הלכי (Spr. 31, 3). Diese Bemerkung ist an und für sich sehr ungenau, da die Endung p für die Plmalform des Subst. keine weibliche ist, indem diese ו ת lautet, sondern eine aramäische. Der Verf. jedoch bemerkt dazu, Dies sei nach ״Onkclos", der das Wort wiedergiebt mit ״Fürstin". Auch diese Bernerk'ung ist ungenau. Denn ״Onkelos" giebt keineswegs das Wort ]מלכי mit Fürstinnen wieder, sondern das Thargum übersetzt למהות מ' mit לבנת מלבין/ also 'מ bedeutet ihm Könige, und das vorhergehende למהות übersetzt cs mit ״den Töchtern". Und dieses Thargum zu den Sprüchen, das von allen Alten als ein jerusalemisches bezeichnet tvird, nennt der Verf. nach Onkclos!