Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 288

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 288 (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2420973-2420974-2420978--0296-2421457
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

288 Journal-Nevue. 3. Alte jüdische Grammatiker und Lexikographen. Die reichen handschriftlichen Schätze der Oxforder Bibliothek, denen sich auch die der Pariser anschließcn, bieten noch immer nicht erschöpfte Duellen der Belehrung, und sie harren nur des Kundigen, der sie zu heben und zu verwcrthen versteht. Vielfach sind uns Mittheilnngcn darüber geworden, und in Hrn. Adolph Neubauer*) begrüßen wir einen neuen rüstigen Arbeiter auf diesem Felde. In dem Journal asiatique vom Dccember 1861 (S. 441—476) nämlich beginnt derselbe eine Notice sur 1a lexicographie Hebrai'que, avec des remarques sur quelques grammairiens posterieurs a Ibn-Djanah. Der Verf. geht von der Betrachtung aus, daß die einzelnen Schriften der Bibel in ihrer Ausdrucksweise und selbst in den grammatischen Gesetzen von einander abweichen, ja, daß die verschiedenen Theile eines und desselben Buches diese Mannichfaltigkeit theilen. Er erklärt Dies als eine Folge der Abhängigkeit der Hebräer von den sie umgebenden Völkern, so daß der ächte hcbr. Sprachgenius nur in solchen Büchern seinen scharf ausgeprägten Ausdruck erhalten, die zur Zeit ihrer vollen Selbstständigkeit verfaßt worden. Diese Betrachtung greift tief in bibelkritische Fragen ein, so daß sie bei Weitem nicht mit den wenigen einleitenden Worten des Verfassers erschöpft wird; richtig ist jedoch, daß in den späten bibl. Schriften der Einfluß des Aramäismus überwiegend wird und mit der Zeit des zweiten Tempels die hebr. Sprache so sehr aus dem Leben schwindet, daß es bald, wie der Vers, sagt, ״einer griechischen Ucbcrsetzung, der der 76, bedurfte für die Inden Aegyptens, und einer chaldaischen zum Gebrauche derer, welche Babylonien bewohnten". Wäre das Vcrhältniß nur so, wie cs der Verf. ausdrückt, dann würde seine Behauptung, die ״Vernachlässigung der heiligen Sprache habe sich nach der Erbauung des zweiten Tempels vermehrt", nicht genügend belegt. Denn daß die Juden in Acgyp- *) Derselbe theilt auch in Benfey's Vierteljahrsschrift: Orient und Occident 1801 S. 483—90 und 037—80 das!0. Cap. der hebr. Uebersetzung der Kalilah und Dimnah mit, zugleich mit einer deutschen Uebertragung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.