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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 287

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 287 (sequence 43)
Language
German
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L-tudien und Kritiken. 287 zu ihrem rechten Verständnisse. Der Vers., der meine Arbeiten, soweit ste ihm ans der Zeitschr. der DMG. bekannt sind, wohl benützt (vgl. S. 727 A.), scheint meine ״Urschrift" gar nicht zu kennen. Das ist nun einmal das Loos jüdischer Arbeiten, daß sie erst sehr langsam in das christliche Publikum dringen, dort kümmerliche Beachtung finden. Geht es ja nicht anders mit den Werken der Alten! Der Vers., welcher sehr sorgfältig alle Ansichten der Vorgänger registrirt, übergeht auch die rabbinischen Erklärer nicht. Aber was bekommen wir da für Namen und Mittheilungen zu lesen! Diese schleppen sich aus einem Buche in das andere, ohne daß man sich die Mühe gäbe, durch Selbststudium zur Klarheit zu gelangen. Da wird S. 704 ein ״Rabbi Alschech (Verfasser der Glossen zum ׳'(עין יעקב angeführt. Moses Alschech (o. — sch eich) schrieb homileüsche Commentare zu den «leisten bibl. Büchern im Sinne des späteren aggadischen und mystischen Dcrasch, hat aber nie Glossen zu»! ״En Jakob", d. h. zu Jakob Chabib's Samullllng der thalmudischen Aggadah geschrieben. S. 737 lesen wir, Saadja bezöge den Knecht Gottes auf Jeremiah, R. Gaon auf Cyrus. Nun aber weiß jeder Kenner der Literatur, daß Aben Esra oft den Gaon schlechtweg anführt, darunter aber keinen Andern als eben Saadias meint. Der Verf. schreibt hier wahrscheinlich verschiedenen Duellen nach. So oft die christlichen Gelehrten jüdische Schriftsteller anführen, hört alle deutsche Gründlichkeit auf, und ohne alle Prüfung werden frühere Mißverständnisse wiederholt. Das Ende des Heftes bringt uns auch eine ״Preisaufgabe", welche ein ״Verein für Verbreitung christlicher Schriften" in Basel stellt. Derselbe hält cs nämlich für ״ein wichtiges Bedürfnis: unserer Zeit", zur Ausarbeitung ״einer guten, populären und bündigen Schrift" aufzufordern, ״welche die Anstöße, die Viele am Alten Testamente finden, beleuchte und zu heben versuche." Diese Anstöße werden in kurzen Zügen zusammen gestellt. Wir halten von solchen apologetischen Versuchen wenig. Nothwendig erscheinen sie auch nur auf den! Standpunkte des mit der Bibel abschließenden Christenthums. Für uns ist die Bibel der erste, aber kräftigste Anstoß zur Gründung und Entwickelung des Judenthums, das in zeitlicher Fassung dort ausgeprägt, aber nicht abgeschlossen ist, vielmehr später Vielfaches abgestreist hat und zu höheren Auffassungen fortgeschritten ist und — weiter fortschreitet. 15. Sept. _

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