Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2420974-2420978--0292-2421453- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
284 Journal-Nevue. ftfcrn״ von Köster (S. 347—58), einen früheren ähnlichen Aufsatz, der Unwesentliches enthielt, fortsetzend, wo zuletzt einiges auch uns Jntcressirende. Es wird die Auffassung von כלסך und seinen Derivaten, welche Gesenius angiebt: Wein mit Gewürze mischen, dahin berichtigt, daß cs Wein mit Wasser mischen bedeutet. Dazu bedarf es jedoch kaum der Nachweise aus den Classikern, da man zu der falschen Auffassung von Ges. nur dadurch gelangen konnte, daß man sich aus der jüd. Ueberliefcrnng hcrauslebte. Die jüd. Erklarer (vgl. nur Kimchi im Wb.) wissen gar von keiner andern Auffaffung, das mischn. dem auch die aram. und arab. Form entspricht, bedeutet dasselbe. Mischnah Niddah 2, 7 heißt es ausdrücklich, daß der Wein so gemischt werde, daß ein Theil Wein und zwei Theile Wasser genossen werden, Peßachim 108b wird auch von einer Mischung gesprochen, die drei Theile Wasser enthält, während der ungemischte Wein הי heißt, aber als nicht zum Trinken geeignet bezeichnet wird. — Ferner wird auf eine Stelle in Plinins' nat. hist. 13, 9 aufmerksam gemacht, wo von einer hohen und schlanken Gatmng von Palmen gesprochen wird, deren Datteln von vorzüglicher Güte seien, und Pl. fügt hinzu: dudaea chydaeas appellavit, gens contumelia numinum insignis. Wir wollen diesen Tadel des Naturforschers wegen unserer Verwerfung des Polytheismus ruhig hinnehmen; aber was chydaeae bedeuten soll, bekenne ich nicht zu wissen. Herr K. will es mit pp, chald. קיטא, zusammenstellen, das in der Bibel als späte Sommerfrucht vorkommt und besonders von Feigen erklärt wird, wie cs auch in der Mischnah Nedarim 8, 4 und Baba bathra 3, 1 genommen wird. Herr K. meint nun, es möchte wohl die besten Datteln bedeuten, was ich nicht bestreiten, aber auch nicht adoptircn mag. — Zum Schluffe enthält das Heft noch die Preisfragen, welche die ״Haager Gesellschaft zur Vertheidigung der christl. Religion" theils wiederholt Lheils neu stellt. Zu ihnen gehört eine, deren erster Theil lautet: ״Wie hat sich die Mcssiasidee unter den Israeliten bis zur Zeit Jesu entwickelt?", eine andere verlangt ״eine kritische Behandlung des Inhaltes des Talmud"; ich fürchte, beide werden keine Beantwortung finden, die die wissenschaftliche Erkenntnis׳ fördert. Den 9. März. Das dritte Heft bringt zwei Abhandlungen über den verstorbenen Um breit. Die erstere (S. 436—79) enthält ״Blätter der Erinne-