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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 281

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 281 (sequence 37)
Language
German
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Ld. VA.und Kriti- 281 Herzen liegt, ist interessant genug und wird in Frankreich mit seltsam nationalem Eifer geführt. Die Schule des Spiritualismus, als deren Haupt Coustn gilt, verehrt ebenso ihren Landsmann Cartesius (Descartes), au den sie auch gern anknüpft, wie sie den Panthcismus Spinoza's pcrhorrescirt, und dieser Eifer ist in neuerer Zeit so weit gegangen, daß sie den ganzen Zusammenhang zwischen diesen beiden Denkern aufheben, die Brücke zwischen ihnen abbrechen möchte; sie sucht daher für Sp. die Ableitung aus Maim , der Kabbalah, kurz aus jüdischen Quellen, die sie sich um so mehr nach Belieben zurecht macht, als sie ihr ganz unbekannt sind. Ein ähnliches Bestreben zeigt im Grunde auch Herr Foucher de Careil in seiner klcineu Schrift: Leibniz, la philosophie Juive et la Cabale (Paris 1861. 75 und 54 S.). Anknüpfend an die von ihm aufgefundenen Auszüge und Anmerkungen Leibnizens zum Morch des Maimonides, ist auch er sehr angelegentlich bemüht zu zeigen, daß der Sekhel Poel, die die Geisterwclt mit dem Menschen vermittelnde allgemeine Vernunft der arabischen Aristotleiker und des Maim. ziemlich identisch sei mit dem intellectus intinitus des Sp., und daß in beiden der ״Naturalismus^ stecke. — Hr. Saissct nun ist ein entschiedener Gegner Sp.'s, aber ein viel zu ehrlicher Historiker, als daß er nicht auch in Descartes Keime für ihn finden sollte, und bei aller zuzugestehenden Bekanntschaft Sp.'s mit den alten jüd. Philosophen und ohne den Einfluß, den sie auf seine Entwickelung gehabt haben, verkennen zu wollen, findet er — und wir mit ihm — in ihnen dennoch nicht den eigentlichen Ausgangspunkt seines Systems. Doch bedarf es denn am Ende bei einem Geiste und Charakter von so scharfer Ausprägung, wie der des Sp., etwas mehr als der Anleitung zum Denken überhaupt, als des Stachels, den die in philos. Werken angeregten Probleme darbieten, um aus eigener Kraft zum Versuche, sich eine neue Bahn zu brechen, angetrieben zu werden? 28. Februar. NS. Indem Munk den gewichtigen Einfluß, welchen die Neuplatoniker auf Gabirol ausübten, bespricht, weist er (Melanges de philosophie juive et arabe p. 248—259) besonders auf eine dein Aristoteles untergeschobene Schrift: theologia hin, die 1519 in lateinischer Uebcrsetzung erschienen ist. Franciseus Roseus aus Navenna hatte den arab. Text aus Ravenna mitgebracht, ihn durch den jüd Arzt Moses Arovas aus Cypern in's Italienische übersetzen lassen,

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