Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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270 Recensioneri. und er ahnt es und weiß es wiederzugeben mit wahrhaft dichterischem Gemüthe. Mit Innigkeit versenkt er sich von frühe an in seinen ״Rabbi von Bacharach", der freilich dennoch Fragment bleibt; oft komint er in diesen Briefen auf ihn zurück, tlnd er sagt nicht mit Unrecht, daß er ״das ganze Werk mit unsäglicher Liebe in der Brust trage", er ״tragt das Bewußtsein in sich , daß nur er dieses Buch schreiben kann und daß das Schreiben desselben eine nützliche, gottgefällige Handlung ist", er dichtet schon im Voraus die Verse, die er für Moser als Vorwort schreiben will: Brich aus in lauten Klagen, Du düst'res Ma׳tyrer!ied, Das ich so lang getragen Im flammenstillen Gemütb! Es dringt in alle Ohren, Und durch die Ohren in's Herz, Ich habe gewaltig beschworen Den tausendjährigen Schmerz. Es weinen die Großen und Kleinen, Sogar die kalten Herrn, Die Frauen und Blumen weinen, Es weinen am Himmel die Stern'! Und alle die Thränen fließen Naa, Süden, im stillen Verein, Sie fließen und ergießen Sich all' in den Jordan hinein. Seine eigene Taufe kommt früh, schon im Jahre 1823, zur Sprache in seiner Familie, in welcher Keiner dagegen ist, außer er selbst. Sie ist ihm zwar ein gleichgültiger Act, hatte vielleicht nur die Bedeutung, daß er sich der Verfechtung der Rechte seiner Unglücklichcn Stammcsgenossen mehr weihen würde, aber er hält cs unter seiner Würde und seine Ehre befleckend, wenn er, um ein Amt in Preußen anzunehmcn, sich taufen lassen würde. Nachdem sie doch Ende 1825 vollzogen ist, versichert er Moser: ״wenn die Gesetze das Stehlen silberner Löffel erlaubt hätten, so würde ich mich nicht getauft haben" und will darum von M. nicht günstig beurtheilt sein, ja er bereut sic später, glaubt aber, M. sei ״zu sehr aufgeklärt, um nicht hierüber zu lächeln". Er will sogar in seinen ״Rabbi", der ihm nach wie vor am Herzen liegt, ein Gedicht einlegeu, das ״ein