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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 267 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Heine's Briefe. 267 wurde. Nicht der Mann, der als herrschender Kritiker den Schriftstellcr schmiegsam macht, nicht der Reiche, der durch seinen Glanz die Kinderangcn des an bunten Farben sich ergötzenden Dichters gar wundersam berauscht, nein! die stille Würde eines durchgebildcten Charakters, der Adel der Gesinnung in dem schlichten Manne imponirt ihm. Seinem Onkel Salomon Heine gegenüber ist er widerhaarig; bei einem Aufenthalte in Hamburg Ende 1825, nachdem er schon getauft ist, sagt er mit Selbstironie: ״Ich werde jetzt ein rechter Christ; ich schmarotze nä'mlich bei den reichen Inden/' Seinem Moser gegenüber nimmt er Gefälligkeiten mit achter Freundcsgesinnnng und Freundeswürde an. Wahrhaft rührend ist cs, wie der ziemlich entartete Heine von Avignon aus Ende!836 mit dem vollsten Vertrauen sich an Moser mit der Bitte um ein Darlehen wendct. Dieses Vertrauen ehrt beide. Und noch eine andere erfreuliche Seite finden wir in diesen Blättern. Heine hatte einen tiefen Lebcnsernst, er hatte ihn auch ganz besonders als Jude, und er ist ihm nur durch Lüderlichkeit — daß wir dieses harte Wort gebrauchen müssen! — untergcgangen. Ich lege weniger Werth auf die eigeucn Behauptungen, die er darüber ausspricht, obgleich auch sie, bei dem naiven Selbstbekenntnis׳, das sich daran anschließt, auf Selbstkcnntniß gegründet sind. Aber noch mehr geht dieser Zug durch alle unbewachten Aeußerungeu. Bemerkenswerth bleibt jedenfalls die Stelle, in welcher er, am!.Juli 1825, nachdem er Göthe persönlich kennen gelernt, denselben sicher ungerecht als ״einen leichten Lebcmcnschen" bezeichnet, ״dem der Lebensgenuß das Höchste, und der das Leben für und in der Idee wohl zuweilen fühlt und ahnt und in Gedichten ansspricht, aber nie tief begriffen und noch weniger gelebt hat". Von sich, als einer ganz abweichenden Natur, fügt er dann hinzu: ״Ich hingegen bin von Haus aus ein Schwärmer, d. h. bis zur Aufopferung begeistert für die Idee, und immer gedrängt in dieselbe mich zu versenken, dagegen aber habe ich den Lebensgenuß begriffen und Gefallen daran gefunden, und nun ist in mir der große Kampf zwischen meiner klaren Vernünftigkeit, die den Lebensgenuß billigt und alle aufopfernde Begeisterung als etwas Thörichtes ablehnt, und zwischen meiner schwärmerischen Neigung, die oft unversehens aufschießt und mich gewaltsam ergreift und mich vielleicht einst wieder in ihr uraltes Reich hinabzieht, wenn es nicht besser ist zu sagen hinaufzicht; denn es ist noch die große Frage, ob der Schwärmer, der selbst sein Leben für die Idee

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