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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 4 (1862) · p. Seite 261

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 261 (sequence 17)
Language
German
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11. Die Levirats-Ehe. 261 unter allen Umständen, auch wenn eine L.-E. eintritt, der Vater der Träger alles Erbes bleibt. Auf die andern rabbinischen und midraschischen Auslegungen und vielen schiefen Deutungen des Gesetzes will ich mich nicht weiter einlassen, sondern blos Eines noch zur Sprache bringen, was von Wichtigkeit ist. Die Samaritaner haben in ihrer Abgeschlossenheit und Abgerissenheit vom eigentlichen Boden des Judenthums, indem sie blos den Buchstaben des Gesetzes, d. h. des Pentateuch's allein sich zur Norm genommen, Scrupel bekommen, wie Lev. mit Deut, in diesem Punkte sich vertrage und sind, es ist nicht berichtet, ob früh, ob spät, ans die sonderbare, spitzfindige Deutung verfallen, im Deut, sei mit אדו^ה, eine blos verlobte Schwägerin gemeint, aber bei einer!נשואר, bei einer wirklich verehelichten dürfe die Levirats-Ehe nicht stattfindcn, da gelte das Verbot der Brudersfrau (Babli Kidduschin S. 75d, wie oben S. 28 statt 65 d zu berichtkgen ist). Daß diese Erklärung rcsp. Deutung eine bodenlose, den Sinn des Gesetzes aufhebende und auf den Kopf stellende ist, springt in die Augen. Ich kann daher, wenn nicht weitere Beweise beigebracht werden, nimmer zugeben, daß sie dem Leben des eigentlichen Judenthums zur Zeit seiner Blüthe entsprungen ist. Die Karäer im 8. Jahrhundert haben sie zuerst, wie Geiger berichtet, acceptirt. Das ist bei ihnen schon auffälliger, da sie die ganze heilige Schrift hatten und, wie oben angeführt ist, das Büchlein Ruth deutliche Beweise enthält, daß die Levirats-Ehe auch bei wirklich schon verheirathet gewesenen Schwägerinnen stattfinden durfte. Sie werden indessen der Rede der Naemi kein Gewicht beigelegt haben, so wie dieselbe auch von den Nabbinen unberücksichtigt geblieben ist. Wenn diese nämlich — Babli Jebamoth 17 a ff. — erstens אה שלא נולד einen Bruder, der zur Zeit des Todes seines verehelichten Bruders noch nicht geboren war, und zweitens האס p אה einen Bruder blos von mütterlicher Seite von der Levirats-Ehe ausschließcn und beides aus dem Worte יהדיו herleiten, so stehen sie ja, abgesehen von diescr so zweifelhaften Ableitung und Deutung, dennoch in offenem Widerspruch mit der Rede der Naemi, denn diese redet ja gerade von אה שלא נולד und von einem Bruder blos mütterlicher Seite*). *) Daß sich diese Stelle in ׳scheinbarem Widerspruch mit den rabbini schen Satzungen wie mit den Karäern finde, haben die-alten Commentatoren schon bemerkt. Raschi zur Stelle löst mit den Rabbinen den Widerspruch Bierteljahrschnst. I. 4. lg

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