Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 3 (1862) · p. Seite 231

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
3 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 231 (sequence 67)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2420973-2420974-2420977--0238-2421398
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Isaak de Costa. 231 war lief davon durchdrungen, daß sie unauflöslich mit einander vereinigt sind, und daß das Christenthum von seinem Lebenselemente losgerissen wäre, wenn es von dem israelitischen Boden der Thaten Gottes auf den der griechischen Ideen herüber gebracht würde . .. Seine gewissenhafte und wissenschaftliche durch Gott gelehrte und gewirkte Ueberzeugung war die, daß die Juden nicht Heiden, nicht Griechen werden müssen, sondern daß die Völker ausgenommen werden müssen in Israel und dadurch Thcil haben an den Verheißun-- gen, die erfüllt werden in Ihm, der die Herrlichkeit von Israel und das Licht der Völker ist. Israel und sein Messias waren für. da Costa unzertrennlich. Der Messias ist Jsrael's Kind und König, Grund und Giebel, so daß kein anderes Volk den Christus Gottes hätte erzeugen können. . . . Da Costa hat niemals den Christen verleugnet; er hat sich niemals seiner israelitischen Abkunft geschämt, nein, ebenso wie Paulus konnte er sich wohl rühmen, ein Hebräer mit den Hebräern zu sein . . . Niemals vergaß da Costa, daß seine Väter in Spanien gewohnt und gewirkt hatten, daß sie dort Aemter und Würden bekleidet und einen großen Einfluß auf die Geschichte und Geschicke dieses Landes ausgeübt hatten. Das undankbare Spanien hatte wie Pharao die Dienste von Joseph vergessen, dennoch sprach er mit großer Wärme von Spanien, ohne jedoch Israel und Niederland für einen Augenblick zu vergessen. Darum hatte er Jsrael's Geschichte gründlich untersucht . . ., während er mit der größten Sorgfalt die Erfahrungen der Juden in Spanien, wie wenige, in allen Einzelheiten mit dem Auge der herzlichsten Theilnahme aufgespürt hat. Darum besaß er auch so treffliche hebräische und ganz besonders spanische Bücher, von denen einige höchst selten geworden sind und für jeden Geschichtsforscher, der Israel und Spanien kennen lernen will, von sehr großer Bedeutung sind." Seine nachgelassene hebräische, spanische und portugiesische Bibliothek, deren Catalog*) dieses Vorwort vorgesetzt ist, ist in der That *) Catalogue d6 la collection importante de ihres et manuscrits Hebreux, Espagnols et Portugals et d’une collection de planches ayant rapport aux Juifs; provenants de la bibliotheque de feu Mr. Isaak Da Costa, ä Amsterdam. 1861. VI und von S. 73—120; beginnend mit N. 2100, endend mit N. 2826. Der Catalog der früheren Nummern, welche wohl die ersten 72 Seiten einnehmen und Werke anderer Arc enthalten, ist mir nicht zugekommen. 16'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.