Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Isaak da Costa. 223 dem der strengen Schule ungehörigen David, Nachkommen des Maimonides, überreichte*). — Auch Reifmann's Bemerkungen über das Thargum zu den Sprüchen (S. 92 f.) verdienen einige Beachtung. 21. Januar. 3. Äsaak -a Costa. Es ist ein tragisches Geschick, das ein Volk oder einen Theil desselben trifft, die geliebte Hcimathstätte zu verlassen und als Flüchtlinge auf fremdem Boden zu weilen. Wir verargen es den dem geliebten Vaterlande entrissenen Söhnen nicht, wenn sie die theils stolze, theils wehmüthige Erinnerung an eine ruhmreiche Vergangenheit Ln sich nähren; wir nehmen Antheil an ihrem Schmerze, selbst wenn dieser die Vorzeit mit einem dichterischen Schmucke umgiebt, den blos die Ferne der Zeiten und die liebende Sehnsucht ihr leiht. Doch der Mann darf nicht dem bitteren Gefühle des erlittenen Verlustcs, und sei er der höchste, nachhangen, will er nicht ganz verkümmern; er muß sich in das Unvermeidliche und Unwiederbringliche fügen, sich aufraffend einen Neubau beginnen, mit den Trümmern seiner Habe weiter schaffen. Auch die Flüchtlinge müssen endlich in dem neuen Boden sich befestigen und, ohne ihre eigenthümlichen geschichtlichen Elemente zu verwischen, in dem neugewonnenen Vaterlande feste Wurzel schlagen. So lange der feudale Staat die einzelnen Stände sestbegrä'nzt auseinander hielt, mochte es auch einem solchen Kreise neuer Ansiedler gelingen, sich als besondern Stand in der ungeänderten Form der Vergangenheit zu erhalten; er gehörte mit in die ganze bunte Krystattisation der einzelnen Theile, in welche der Staat zerfiel. Dem modernen Staatsleben gegenüber, das die innige Verschmelzung aller Kräfte anstrebt, kann auch dieser Kreis nicht in seiner Abgeschlossenheit verharren; ein hartnäckiges Erhalten _ , W *) Wieso übrigens darin Jell. einen ״zwingenden Beweis" findet, daß das Schreiben des Maim. an seinen Sohn Abraham, worin diesem A. E.'s Schriften empfohlen werden, acht sein müsse, begreife ich nicht, obgleich mir auch die dagegen aufgebrachten Verdachtsgründe wenig beweisend scheinen.