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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 3 (1862) · p. Seite 214

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
3 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 214 (sequence 50)
Language
German
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214 Journal-Revue. als Idioten, dem der weltliche Nutzen des Thalmudstudiums vor Augen geführt werden müsse. Es polemisirt offenbar gegen Maimuni's Theorie, daß man vermöge der Philosophie sich das Höchste, die wahre Erkenntnis Gottes, aneignen könne, und auch gegen die Maimunisten, welche sich an die Philosophie anklammern und die religiösen Riten vernachlässigen. Es scheint von einem Franzosen, der nach Palästina ausgewandcrt war (1211) aus der Schule des maimnnifcindlichcn Simson aus Sens (?)*) verfaßt zn sein." Ich muß bekennen, daß mir trotz diesen gewaltigen Hammerschlägen der Kritik noch Nichts ״in die Augen springen" will. Der Styl des Sendschreibens ist hart und ungelenk; aber warum muß denn Hai ein gewandtes Hebräisch geschrieben haben? Die Gconim haben bekanntlich in thalmudischen Gutachten sich oft eines eigenthümlich gefärbten thalm. Chaldäismus bedient, zuweilen schrieben sie auch diese und fast durchgchends für Gegenstände andern In- Haltes arabisch; wenn sie hebräisch schreiben, so merkt man ihnen den Mangel an Ucbung an, da das Hebräische überhaupt damals in ihren Gegenden wohl die Sprache der Liturgie, aber nicht des literarischcn Verkehrs war. An Hai fällt uns daher der Mangel an Gewandtheit im hcbr. Ansdrucke durchaus nicht auf, hingegen wäre er gerade bei einem Falsator ans dem Anfänge des 13. Jahrhunderts höchst befremdlich; damals war die Sprache schon geglättet, für alle Arten der Literatur zugerichtct, und ein Mann, der einer alten hohen Autorität ein Sendschreiben unterschob, hätte es mit dem ganzen Schmucke der Rede ausgestattct. Zumal ein Franzose! Verstanden diese cs auch weniger, dichterische Blüthen einzustreucn, gingen sie weniger auf Eleganz und Reinheit der Sprache aus, so war ihr hcbr. Ausdruck, der ihnen gcläusig war, weil sie nicht einer andern Schriftsprache kundig waren wie die Araber, vollkommen glatt, ohne alle Härte, und dem sollte eher dieser ״allererbärmlichste" Styl zugeschrieben werden dürfen? Woran ferner Hr. Gr. erkennt, daß ״hier durchaus hebr. Original und nicht eine Uebersetzung aus dem Arabischen" vorliegt, kann ich freilich auch nicht errathcn. Ich halte Dies durchaus nicht für unwahrscheinlich; doch will ich darüber Nichts bestimmen. Aber der Inhalt des Sendschreibens! Es kennt ja nicht *) Dieses Fragezeichen ist wohl vom Herausgeber der Monatsschrift beigefügt.

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