Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 3 (1862) · p. Seite 202

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
3 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 202 (sequence 38)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2420973-2420974-2420977--0209-2421369
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

202 Recensionen. umgestaltet hat, und die hier nach den Resultaten umfassender Studien über sämmtliche semitische Alfabcthe festgestellt wird, und endlich das Gewicht, wobei lehrreiche Blicke auf babylonische Münzgewichte geworfen werden. Kurz gedenkt ein zweiter Anhang der ״unä'chten jüdischen Münzen", wie denn vor der vorangegangenen lichtvollen Darstellung jene Fälschungen und sagenhaften Angaben von selbst in das Schattenreich fliehen. Weiter in das Einzelne der Schrift einzugehen halten wir nicht für angemessen; sie hat das Recht, zu verlangen, daß sie voll und ganz ein Eigenthum aller derer werde, die sich für den Gegenstand Lnteressiren, und nach seiner gegenwärtigen Behandlung werden und müssen sich Alle für ihn interessiren, die für den hohen Reiz der so tiefinnerlich bewegten Geschichte des zweiten jüdischen Staatslebens empfänglich sind. Nur ein Resultat, welches so klar aus der Darstellung des Verfassers sich ergicbt, möchten wir hier noch schärfer präcisircn und seine fruchtbare Anwendung nach manchen Seilen hin andeuten. — Nach der beengten Lage des jüdischen Volkes, bei dessen Entfernung vom großen Weltverkehre, sowie nach der ganz anderen Richtungen entgcgenstrcbcndcn Eigcnthümlichkeit seines nationalen Dranges, blieb das jüdische Münzwcsen auf seiner ersten Stufe stehen, ohne je über sic hinauszugehen. Diese erste Stufe aber ist, daß die Metallstücke, die ihrem Gewichte nach im Verkehre einen anerkannten Werth haben, von einer maßgebenden Behörde als vollwichtig bezeichnet werden, so daß nicht jedesmal beim Umtausche nachgewogen werden mußte, ob das Metallstück den ihm dem Anscheine nach gebührenden Werth auch vollkommen enthalte. Der ungefähre Werth ergab sich aus der Größe und Dicke des Stückes, aber daß er nicht blos ungefähr, sondern genau entsprechend sei, das bezeugte Las Münzgepräge. Das sagte auch ausschließlich die Aufschrist: שקל', ein Gewicht, ein Gewogenes, das ein für alle Male feststcht. Nach Vedürfniß erhielt er dann auch einzelne kleinere Bruchtheile. Aehnliches sagt auch der Name einer Münze aus, welche die Hebräer erst von Phöniziern und Babyloniern aufnahmen, und die daher erst in den späteren bibl. Büchern verkommt: Manch, מנה, eine hebr. Umformung des aramäischen מנח, wie die Form im griech. fxvä hervortritt. Es bedeutet: gezählt, eine bestimmte Zahl, ein genau gezählter Werth. Darin mag sich schon eine höhere Stufe des Münzwesens anssprechen, wie wir sie bei diesen Völkern erwar-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.