Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2420974-2420977--0205-2421365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Yanai 1× ep/1033832
OCR text
198 Necenfionen. mentlich die so wichtige Lesung der Umschriften über alle Zweifel, die Zeitbestimmungen zur großen Wahrscheinlichkeit erhebt, eine maßvolle, des Gegenstandes würdige Darstellung machen dieses kleine Buch zu einer ebenso belehrenden wie anziehenden Lektüre. Es lehrt uns nicht blos die Münzen kennen, sondern alle Zcitverha'ltnisse, mit denen sie entstanden; cs ist ein Werk lebensvoller Gcschichtskünde. Nach einer einleitenden literarhistorischen Uebersicht über die bisherige Behandlung des Gegenstandes (§ 1) führt uns der Vers, kurz (8 2) durch die biblische Zeit vor dem babyl. Exil, in der zwar schon frühzeitig das Silber als Tanschmittel vorkommt, doch lediglich der Schekel der allgenreine Münzname ist, ein Gervicht, dessen Werth Z 3 näher zu bestiurmen sucht. Selbstständige jüdische Münzen aus jener Zeit sind uns nicht geblieben. Von der Rückkehr aus dem babyl. Exile bis zur Erhebung unter den Hasmonäeru bedienten sich die Juden ausschließlich der Landesmünze (8 4), d. h. der Münze derjenigen Völker, deren Oberhoheit sie anzuerkennen hatten. Mit Simon dem Hasmonäer beginnt wieder das selbstständige Prägen jüdischer Münzen, des Schekel und der Brnchtheile desselben. Von ihm, Johanrr Hyrkan, Inda Aristobul, Alexander Jannai, dessen Weib Alexandra, den Söhnen Alexander und Antigonus, Alexander IL, Herodcs und seinen Nachfolgern, von den Anführern der Aufständischen: Elasar ben Simon Ha-Kohen, Simon ben Giora, sowie dem Fürsten Simon ben Garnaliel, und endlich von dem tapfern Haupte der späteren Verschwörung, Bcn-Kosiba*), hat, nach *) Diese Münzen des Ben-Kosiba — nicht die aus dem früheren jüd. Kriege, wie der Herr Verf. S. 127 ff. annimmt, — werden die ״Münzen der Gefahr(zeit)" מעות ש?1 סכנה genannt jerus Ma'sher scheni 1, 2, und dieser Ausdruck giebt blos den das. früher gebrauchten Ausdruck: ״eine Aufrnhrmünze wie die des Ben-Kosiba" mit anderen Worten wieder. Die Zeit des jüd. Krieges war eine Zeit des Kampfes, aber nicht eine der Gefahr; unter Ben-Kos. aber waren alle Juden, auch solche, welche sich nicht thatsächlich am Aufstande berheiligten, als heimliche Begünstiger oder doch An- Hänger verdächtig, überwacht und bedroht. Daher wurde auch damals, wie noch später, die Beobachtung der äußeren Zeichen des Judenthums, Beschneidung, Sabbarhfeier, Thesillinlegen, verboten, und wer dabei betroffen wurde, schwebte in Lebensgefahr. Daher sagt Elieser, ein Zeitgenosse Ben- Kost, Mischnah Schabbath 19, 1 — eine Stelle, die der Verf. selbst anführt —, man dürfe, wenn man nicht vor Sabbath das Messer für die am Sabbath zu vollziehende Beschneidung an den Ort der Operation hingetra-