Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Recenstonen. 2. Wissenschaftliche Blätter aus der Beitel Heine Ephraim'schen Lehranstalt (Beth Ha-Midrasch) in Berlin. Erste Abtheilung. 1. Vorbcricht, XV S.; 2. F. Leb recht: Handschriften des Babylonischen Thalmud, VIII und 114 S.; 3. Th. Haarbrücker: N. Tanchum Jeruschalmi, Arab. Commentar zum Buche Josua, IV und 40 S.; 4. M. Stein schneider: Zur pseudepigraphischen Literatur des Mittelalters, 97 S. gr. 8. Berlin 1862. Erfreulich ist die Darstellung, welche der Vorbericht (1) über die Umgestaltung der im Titel benannten Anstalt und über deren Leistungen zum ersten Male mittheilt. Die an ihr wirkenden Männer haben es ihrer Stellung für angemessen erachtet, der Lehrthätigkeit auch die schriftstellerische hinzuznfügen, und wir nehmen diese erste Gabe mit Dank an. — Die erste Schrift von Le brecht (2) enthält mehr als eine blos fleißige Zusammenstellung der von den Alten erwähnten wie der gegenwärtig noch vorhandenen Handschriften des babyl. Thalmud, fle begründet auch die Nothwendigkeit der Vergleichung von Handschriften und geht auf Bearbeiter des Thalmud ein. Ist für ein jedes Buch die Vergleichtlng alter Handschriften nothwcndig, um seinen ursprünglichen Text zu erkennen, für das wenig benützte wegen seiner Verwahrlosung, für das vielbenützte wegen der vielen Hände, die daran sich versucht; ist diese Nothwcndigkeit namentlich bei jüdischen Büchern vorhanden, deren wiederholte Auflagen nur immer an häßlichen Fehlern zunehmen durch den Mangel an wissenschaftlichem Verständnisse bei den Herausgebern: so gilt Dies besonders von einem Buche, das als bestimmend für das Leben dienen, das die unumstößlichen Vorschriften enthalten sollte. Gerade ihm gegenüber vermag man, so lange noch ein kritisch historischer Sinn nicht erstarkt ist, sich nicht objektiv zu verhalten; es will ein Jeder das zu seiner Zeit Gültige in ihm finden. Trotz den schweren Drohungen, welche bedeutende Gelehrte gegen Willkürliche Correctnren aussprachen, mußten dennoch dieselben vielfach geübt werden, und die Männer selbst, welche es Anderen verwehren wollten, nahmen keinen Anstand, solche zu unternehmen. Das that Chananel wie Naschi, das thatcn die Spanier wie Salomo Luria, und unser Text wimmelt von späteren Umgestaltungen. Die Hoffnung