Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Recensionen. beibehaltcn imb ftc würben ihn nimmermehr gebraucht haben, wenn er ihnen zuerst von Juden unb Christen als beschimpfende Venennung, als Freigeistern und Abtrünnigen beigelegt worden wäre. In diesem Falle würben sie, weit entfernt, diese Benennung zu gebrauchen, weil sie ״in ihr einen löblichen Sinn zu finden wußten" (!), entschieden gegen einen solchen Namen protestirt, unb gewiß für sich selbst einen anderen Namen gebraucht haben. Allein sie nannten sich selbst ״Hanif", Mohammed nimmt diesen Namen von ihnen an als den Ehrennamen eines wahrhaft Gläubigen, unb noch im 9. Jahrh. rühmt Thabeth ben Korrah, einer der der alten Landesrcligion treugebliebenen Haraner, ein Mann von hoher Bildung, die Verdienste seiner Glaubensgenossen, der Hanfe, und die großen Leistungen des Hansthnms, jtoßiw (syr. Chronik des Bar-Hebräus S. 276 f., vgl. Cherolsohn: die Ssabier rc. I. 175 ff.). Das bedeutet im Munde der Gegner: Götzendiener und Götzendienst, nicht aber in seinem wie überhaupt in der Anhänger Munde. Was cs nun ursprünglich bedeutet, das hat, wie mir scheint, der vom Verf. angeführte Mokatil, der es mit ״Mochliz" wiedcrgiebt, richtig aufbewahrt, und das hat Spuren im Hebräischen zurückgelassen. Elihu tadelt scharf den Hiob, daß er nicht anerkennen wolle, seine Leiden seien selbstverschuldet, weil er, seiner Sündhaftigkeit nicht inne, laut sich rühme: ״Nein bin ich ohne Abfall, הף bin ich ohne Krümmung (Hiob 33, 9). הף also heißt, wie allgemein zugestanden wird, gleichfalls: rein und zwar im religiös-moralischen Sinne; הף aber kommt von הנף, wie אף von אנף. Hanif, wie es arabisch, Hanes hebr. und Hanf syrisch heißt, bedeutet also: rein, und diesen Namen legten sich die Anhänger des alten aramäischen Glaubens bei. Ursprünglich mag Dies wohl zunächst von körperlichen Rcinigungcn und Waschungen bergenommen sein und wurde erst allmälig im Sinne von sittlicher und religiöser Reinheit gebraucht, erst später, als die Lehren des Judeuthums theillveisc in den Aramä'ismus eindrangen, mag Hanif auch bei den dieser Mischung huldigenden Arabern die Bedeutung eines rein, d. h. lediglich Gott Verehrenden, angenommen haben. Im Hebr. und Syr. aber erhielt הנף gerade die entgegengesetzte Bedeutung: unrein, ungewciht, gottlos sein. Glücklicher Weise hat uns der Verfasser des Buches Hiob die Urbedeutung erhalten und er hat sie vielleicht durch Elihu absichtlich dem Hiob in den Mund gelegt, indem diesem hier gerade das Rühmen