Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2420974-2420977--0196-2421356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sprenger: Mohammad. 189 ner, daß das Wort in unseren hebräischen und aramäischen Schriften eine beschimpfende Bedeutung hat; allein damit ist noch Nichts über die ursprünglich im Aramäischen geltende Bedeutung des Wortes ausgcsagt. Der jüdische Monotheismus wandelte nämlich die Bedeutungcn aller Wörter, welche ursprünglich in Aramäa gottesdienstliche Verrichtungen bezeichneten, weil sie götzendienerisch gebraucht wurden, in ihr gerades Gegentheil um und machte sie so zu beschimpfenden Bezeichnungen. Dies ist von Wörtern wie כשף, das im Syr. beten, Gottesdienst verrichten heißt, im Hebr. den Begriff des Zauberns angenommen, von כמר, welches syr. Priester im Allg., hebr. Götzenpriester bedeutet, schon längst erkannt. Bei diesen Wörtern liegt die Umwandlung offen vor, da die entgegenstehende syr. Bedeutung sich noch erhalten hat. Bei andern Wörtern hingegen hat man bald diese Umwandlung im hebr. Worte nicht erkannt, wie z. B. von הבר tn meiner ״Urschrift" S. 121 ff. nachgewiesen ist, bald entzog diese sich umsomehr, als das Wort im Syrischen selbst gleichfalls die umgewandelte Bedeutung angenommen hat, da wir keine Schriften von Aramäern, die der ursprünglichen Landesreligion angehörten, mehr besitzen, sondern blos von jüdischen oder christlichen Schriftstellern, die das Syrische selbst judaisirten und christianisirten, und wir kommen auf die ursprüngliche Bedeutung nur durch weitere Vergleichung. So ist □Dp im Hebr. und Syr. (hier mit Zade als mittlerem Buchstaben) meist in übler Bedeutung: zaubern, gebräuchlich, während es im Samar. noch gebraucht wird für: den Namen Gottes aussprechen, im Arab. für schwören (vgl. meine Bemerkungen in Ozar nechmad III. S. 118 und Zeitschr. der DMG. XV. S. 414), und noch in mancher bibl. Stelle tritt die Bedeutung des Wortes nach gutem Sinne hervor, z. B. Spr. 16, 16. Wie die aram. Gottheit Baal-Sebnb zum obersten Teufel und zum Feinde überhaupt geworden, wie גור, als Fremdling sich irgendwo aufhalten, im Aram. den Begriff des Buhlens angenommen, ist in meiner ״Urschrift" S. 03 f. nachgewiesen. Ohne mich hier zu weiteren sprachlichen Untersuchungen verlocken zu lassen, wende ich diesen Kanon unbedenklich auf?הגן an. Dasselbe hatte ursprünglich eine gute religiöse Bedeutung, wird aber im Hebr. und Aram., weil es von der alten Landesreligion angewendet worden, in übleni Sinne gebraucht. Im ursprünglichen Sinne legten sich daher die Hanife diesen Namen bei und haben ihn fortdauernd