Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprenger: Mohammad. 187 und christlichen Verzweigungen in jenen Gegenden, welche den Mouotheismus verschiedenartig ausbildeten und mit alten heidnischen Anschauungen oder eignen Phantasiegebilden verquickten, besonders sind es die ״Hanifen," , welche die Einheit Gottes und die Auferstehung der Todten bekannten, denen sich Anfangs Mohammed einfach anschloß, bis er dann zum Glauben gelangte, eine selbstständige Mission erhalten, selbst Offenbarungen empfangen 311 haben, Prophet geworden zu sein. Wer sind diese ״Hanifen"? Von ihnen selbst besitzen wir Nichts. Die Späteren legen ihnen Schriften bei, die sie von Alters her besessen, Schriften des Abraham und anderer biblischer Personen, alte herabgekommene Rollen. Das zeigt ihren Zusammenhang mit dem Judenthume oder vielmehr daß sie zu ihrem ursprünglichen Glauben jüdische Vorstellungen hinzunahmen und diese auf urjüdische Schriften zurückführten, die sie erdichteten. Von diesen Hanifen nun nahm Mohammed zunächst die durch sie eigenthümlich gefärbten biblischen Lehren und Erzählungen, wie auch hebräische Worte und Namen aus. Bis hierher kann man dem Verf. ohne Bedenken folgen, und seine reichen Mittheilmlgcn aus arabischen Traditionisten und Commentatoren des Koran werfen manche Helle Lichter auf die Ansichten der Hanifen. Dennoch aber fragen wir nochmals: wer sind sie? was bedeutet der Name? Der Name einer Sccte ist von großem Gewichte, um sie nach ihrem innersten Wesen zu erkennen. Das Wort ist der Ausdruck des Gedankens und entsteht als sein sinnlich wahrnehmbares Abbild mit ihm zugleich. So drückt der Name einer eigenen Richtung ihren unterscheidenden Grundgedanken aus, soweit er den Anhängern zum Bewußtsein kam, — die Eigenthümlichkeit, welche sie alsbald bei ihrer Entstehung auszeichnete. Die Sccte gestaltet sich dann im Laufe der Zeit um, während der alte Name bleibt, zum bloßen Erkennungszeichen wird, ohne daß man seine eigentliche Bedeutung mehr kennt. Dennoch bezeichnet er den Grundcharakter der Secte; und mag auch dieser mit neuen Formen so umkleidet werden, daß er nicht mehr offen kenntlich ist, selbst alterirt wird, so bleibt doch der im Namen ausgedrückte Charakter und er wirkt still innerlich fort. Der Name also enthüllt uns den ursprünglichen und unter allen Umgestaltungen schaffenden Grundzug der Secte, und wenn wir seine Deutung verkennen, so gehen wir leicht auch in der Erfassung der Eigenthümlichkeit der Secte irre. Die