Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 3 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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182 11. Die Sethitentafel. an Mer nachsteht. Jedoch haben wir damit die Aufgabe noch nicht gelöst, die mehrfachen anderen Differenzen noch nicht erklärt. Zn ihnen tritt noch eine andere Erscheinung, die uns befremdet. Sollte wirklich das Alter des Jered, Meth. und Lemech, bevor sie zeugten, ursprünglich so hoch festgestellt worden sein? Für den ursprünglichen Bericht stnden wir gar keinen innern Trieb dazu. Offenbar nämlich hielt man stch beim Aufstellen der gewöhnlichen Listen — ausgezeichnete Männer mußten auch darin abweichcn und ihr spätes Zeugen gehört zur ganzen wunderbaren Gestaltung ihres Lebens — an einen früheren Abschnitt für die Periode der Zeugung. Ist sie für die Semitentafcl in die dreißiger Jahre verlegt, so durfte sie allerdings bei den Adamiten, deren Lebensalter im Ganzen noch höher war, wohl weiter hinunter gesetzt werden, aber doch nicht in unvcrhältnißmäßigcr Weise. Ein überaus hoher Termin war es schon für Adam zu 130 Jahren, und Seth, den er um diese Zeit zeugte, war übrigens nicht sein ältester Sohn, und von Geschlecht zu Geschlecht ist die Zcugungsperiode um Vieles früher angesetzt, so daß von Enosch an lange vor hundert Jahren, bei Mahalalel und Chanoch schon mit 65 die Zeugung beginnt. Welcher Antrieb konnte nun vorhanden sein, gerade den drei genannten Stammvätern ein so hohes Alter beizulegen, als sie Kinder zeugten? Freilich Jered und Meth. erreichen überhaupt das höchste Alter, und es drängte wohl dazu die Absicht, Chanoch, gegenüber seinem Vater und seinem Sohne, als recht kurzlebig zu bezeichnen. Allein wie sollte man dazu kommen, die Theilung der Lebensjahre so unverhältnißmäßig anzustellen? Es kam doch blos darauf an, daß überhaupt die Summe ihrer Lebensjahre recht groß sei, nicht aber, daß sie spät zeugten; man darf daher weit eher erwarten, daß die Jahre nachher, nicht die vorher, alle Anderen überragten, nun ist es aber das Gegcntheil. Und Lemcch, der — mit Ausnahme Chanoch's — das kürzeste Lebensalter hat, wie kommt gar dieser dazu, so unverhältnißmäßig spät zu zeugen? Endlich dürfen wir den Samaritaner hierbei nicht außer Acht lassen. Wäre die Angabe der späten Zcugungszeit für die drei Patriarchcn die ursprüngliche, sollte man von dieser Seite dann gewagt haben, aus reiner Willkür, ans einer nicht zwingenden Gleichmacherei die Zahlen zu vermindern, sich aber dadurch solche andere Schwierigleiten zu bereiten, die noch zu viel weitergrcifenden Aenderungen drängten? Es hat deshalb einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit, daß