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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 3 (1862) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
3 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 172 (sequence 8)
Language
German
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1/^ [. Die Rabbiner der Gegenwart. geweihter, der bleibe fern von den Vorstufen zu den Rabbinatshallen! Aber der Rüben, der Abraham genannt wird oder umgekehrt, und das Kreuzfeuer, das die Zeugen darüber eröffnen, das ist ein würdiger Gegenstand. Der Mann hat seiner Frau den Scheidebrief gegeben, das steht fest, aber der Name, der Name, der macht die Schwierigkeit. Nein, der Name oder die Namen, ste stehen auch fest, nur ist es nicht entschieden, welcher Name der eigentliche ist und welcher uebenhergeht, und davon soll ein solch wesentlicher Act abhängig gemacht werden, davon, ob eine zweite Ehe, die die Frau bereits eingegangen, rückgängig zu machen ist! Welchen Namen der Mann im bürgerlichen Leben führt, davon ist keine Rede; wir leben eben im Mittelalter. Von einer gerichtlichen Scheidung ist keine Rede; wir leben eben im Mittelalter. Aber nein! Wir leben nicht im Mittelalter, die Rabbinatsprüfung am Seminar steht, steckt im Mittelalter. Dabei sagt aber doch Herr Frankel in der begleitenden Rede, das Seminar sei ״ein Institut, das den durch Wissenschaft gehobenen Gestaltungen der Neuzeit sich anschließt"! Jedoch was geht uns eine Rabbinatsprüfung am Seminar an? Das Seminar ist eine Privat-Anstalt, die Prüfung ein Act, den der Director dieser Privat-Anstalt zu seiner Beruhigung abhält. Auch mag cs vielleicht wirklich der Fall sein, daß, wie ich schon oben gesagt, das Seminar besser ist als seine Prüfung, die das Seminar verlassen besser als das Seminar selbst. Aber zu ernsten Betrachtungcn erwecken dennoch alle diese Vorgänge, müssen sie die jüdischcn Gemeinden erwecken. Wißt ihr, wie es kommt, daß solche Vorgänge möglich sind? Weil ihr nichts Besseres, nichts Anderes, weil ihr in! Grunde gar Nichts verlangt! Ihr sprecht mit dem bctrogcncn Isaak: ״ ,הקול קול יעקב והידים ידי עשוdie Stimme soll eine Stimme Jakob's sein, zierliche Rede, wohlklingendes Organ, die Hände, die Hände Esau's, die plumpen, mittelalterlichen Hände, die das Leben in seinen zarten Fasern, wo sie cs angreifen, verwunden". Was soll daraus werden, wenn die Gemeinden in dieser Schlaffheit verharren, ihre heiligsten Interessen verrathen? Wollt ihr Männer geistloser Verknöcherung oder Männer, die mit scharfem Blicke in die geistige Strömung der Zeit schauen und mit ihr unsern Boden befruchten? Wollt ihr Männer von Charakter oder Heuchler, die in neumodischem Fracke das Mittelalter darstellen? Ihr fürchtet den Charakter, die Entschiedenheit; nun, man kommt euch willig entgegen. Ihr habt die Religion außerhalb der Gemeinde hingestellt;

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