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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 2 (1862) · p. Seite 156

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 156 (sequence 72)
Language
German
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156 Journal-Nevue. die gesammte lnther. Theologie und Kirche 1862 Heft 1. S. 96 auszndrücken: „Es ist Salomo, den die Ucbcrschrift und das Zeugniß des Buches selbst bezeugt, von dem der Inhalt dieses Buches herrührt". Die aus dem Sprach-Charaktcr hergenommenen Einwendungen widerlegt er damit, „daß der hcbr. Sprachvorrath sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert habe, daß auch der spätere Ausdruck in dem Sprachschätze der älteren Zeit schon vorhanden gewesen sei". Die in dem Buche besprochenen Zcitverhältnisse machen ihn nicht irre; „zerrüttete Verhältnisse finden fich in jeder Zeit". Mit einer solchen den Knoten durchhauenden Lösung kann fich jedoch selbst der genannte Rcf. nicht einverstanden erklären; ihm bleibt „der Charakter des Ausdrucks ein sprechender Zeuge" und Hahn's Gegenbehauptung ein „Machtspruch, den Wenige zugeben werden". Er meint: „Wir müssen beiden Momenten gerecht werden. Es ist Salomo, der hier spricht, und doch spricht er in der Sprache der späteren Zeit. Ich wüßte das nicht anders zu erklären, als daß die Grundgedanken von Salomo herrührcn, daß dieselben aber von einem der vielen Weisen der späteren Zeit, welche in treuem Andenken die Worte des Meisters bewahrten, nach den Verhältnissen der späteren Zeit ausgelegt und zur Anwendung gebracht find. Es ist also ein Werk Salomo's, sofern die Grundgedanken seiner Weisheit die Substanz des Buches bilden; es ist ein Werk der spateren Zeit, sofern diese in treuer Liebe bewahrten Resultate seiner Forschung auf die Zustände einer bereits trübe gewordenen Zeit Anwendung finden:c."*) *) Eine solche Abschwächung des Jnspirationsbegriffs ist es auch, wenn Mehring in ders. Zeitschr. S. 13 ff. sagt: Hauptsächlich und im stritten Sinn fällt nur dasjenige in den Kreis der Inspiration, was aus dem Mysterium der göttlichen Persönlichkeit gegeben wird, was zu den Rathschlüffen Gottes zu seiner Selbstdarftellung gehört. Nicht die gleiche Dignität hat anzusprechen, was in der Bibel z. B. von geographischen, physikalischen u. s. w. Erkenntnissen vorkommt. Selbst die geschichtlichen Mittheilungen können wenigstens insofern hierher gezogen werden, als in ihnen nicht eben blos jene göttlichen Rathschlüsse und Willensäußerungen gegeben sind. Es läßt sich auch recht gut denken, daß vom Ttvev^a Anregungen zu sittlichen, religiösen Reflexionen ausgehen, und sie würden sich mehr demjenigen nähern, was ein Lehrer seinem Schüler mittheilt, sich also eigentlich nur auf die Anleitung zur Selbsterzeugung beschränken. Dergleichen Reflexionen, welche man neuerdings mit dem Namen Chokma bezeichnet hat, werden dann mit den Worten Oehler's charakterisirt: „Der Geist besinnt sich über die in der Offenbarung ihm dargebotene Weltanschauung und die

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