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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 2 (1862) · p. Seite 151

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 151 (sequence 67)
Language
German
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Chronik und Koheleth. 151 Feindes gefallen wäre*), und er verhehlt seine Verwunderung nicht, daß der Bericht von Thamar's Umgang mit ihrem Schwiegervater Inda! 2, 4 ausgenommen ist, da er doch die Stammmutter David's in üblem Lichte darstelle, und zu LI, 1 meint er, wenn auch der Bericht über die Zählung Israels wider das Gesetz dem David nicht zur Ehre gereiche, so sei doch dessen Schluß ehrenvoll für ihn, daß er einen Altar errichtet und Gott ihm da vom Himmel entsprochen habe. Man ersieht hieraus, daß der Commentator mit sehr feinem Blicke das Buch betrachtet und es sehr frei als ein aus verschiedenen Urkunden in einander gearbeitetes, von bestimmten Absichten ausgehendes und gemäß denselben frühere Berichte umgestaltendes behandelt. Dies darf uns bei einem Jünger dieser Schule nicht wundern; sie war kühn in ihrer Naivetät, und in gleicher Weise spricht Kara. das Buch Samuel dem Propheten dieses Namens ab und betrachtet Bechor Schor den doppelten Bericht im Pentateuch über das Schlagen des Felsens als die zweimalige Erzählung eines und desselben Vorgangs u. dgl. m. Wie unsere Apologeten aber, denen der quälende Zweifel alle Objectivität geraubt, auf unfern alten ehrlichen Commentator etwa sich berufen mögen, bleibt ein Rathsel. Jedoch, wie gesagt, die Chronik ist nun einmal ein aufgegebener Posten; anders ist cs mit Koheleth. Zwar sprechen sich gerade über dieses Bllch die alten Autoritäten sehr bedenklich aus. Die Mischnah Jadajim 3, 5 stellt zuerst einfach hin, auch Hoheslicd und Koheleth „verunreinigen die Hände", d. h. sind kanonisch (vgl. Urschrift S. 398), Juda läßt Dies jedoch blos von HL. gelten, nicht aber von Koheleth, gerade umgekehrt Joße**), Simon***) aber erklärt, die Kanonicität Koheleth's gehöre zu den Gegenständen, welche zwischen der Schule Schammai's und der Hillel's streitig sind und bei denen ausnahmsweise die erstere die erleichternde Ansicht, also hier die Nichtkanonicität ausspreche. Simon ben Assai sagt, er habe es *) Der Uebersetzer Symmachus nimmt gleichfalls an dieser Erzählung 2 Sam. 21, 15 Anstoß und sucht durch einen Zusatz abzuhelfen, vgl. über ihn oben S. 48. **) In babyl. Megillah 7a wird die Ansicht Iuda's Joße, die Ioße's Meir beigelegt. ***) Dasselbe Mischn. Edujoth 5, 3, nach einer andern Sä'. im Namen Jsmael's. II

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