Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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136 Recensionen. von alle dem, woran wir in solchen Fällen zn denken pflegen, auch noch nicht die leiseste Ahnnng hat u. s. w." Trotz der unendlichen Variation, in welcher der Vers, hier denselben Gedanken uns vorführt — ein Fehler, an dem seine ganze Darstellung leidet —, kann er damit nicht erklären, warum gerade diese Ergänzung die genannte Formel so oft wiederholt. Alle Ergänzer betrachten ihre Arbeit als eine vollkommen berechtigte und glauben ganz im Interesse der Sache zu verfahren; je mehr sie aber Dies glauben, umsoweniger werden sie sich auf einen ohnedies früher fast wörtlich sich vorfindenden Befehl noch ausdrücklich und wiederholt berufen. Eine solche Berufung könnte vielmehr weit eher von einem bösen Gewissen als von Arglosigkeit ausgchen. Allein gerade die Wiederholung dieses Theilcs mit ihrem eigenthümlichen Charakter steht im engsten Zusammenhänge mit dem ganzen Geiste der Zeit, aus der sie stammt, und sie wirst wieder ein bestätigendes Licht auf dieselbe. Es war die kurze Zeit der unbestrittcnen Zadokiten-Hcrrschaft. Ihr kam es ganz besonders auf den Schnmck und die Weihe des Priesterstandes an; so wurde dieser Thcil des Befehles auch als ansgeführt hervorgchoben und auch bei der Ausführung jedes einzelnen Stückes nochmals ausdrücklich betont, daß auch die ganze Ausführung vollkommen übereinstimmend sei mit dem Befehle Gottes an Moses. Erst später ergänzte man die nun entstehende Lücke, da nun blos von einem Theile gesagt war, daß er ausgeführt worden, man fügte auch den zurückgelassencn Thcil hinzu, aber zuerst etwas fragmentarisch, dann ausführlicher, jedenfalls aber nicht mit Berücksichtigung der Gegenwart, daher ohne die überflüssige Betonung, daß Alles so geschehen sei, wie Gott dem Moses befohlen, die für die Gegenwart umsoweniger Werth hatte, als der nunmehrige Tempel doch von der Darstellung des Zeltes der Wüste mit seinen Geräthen sehr abweichend war. Nach der eben gegebenen Erklärung begreifen wir es, warum gerade dieser Abschnitt sich vor allen anderen im ganzen Pentateuch, sowohl denen, welche dem ursprünglichen Texte angehören, als auch den durch die Ncdaction hinzugcfügten, durch die übermäßige Wiederholung der Formel כאשר צור! ח' את השת auszeichnet. In anderer Weise bedeutsam und auch charakteristisches Merkmal der spätereu Zeit ist diese Formel, wenn sie die ursprüngliche Angabe, Moses habe befohlen, peinlich ändert, um nicht der Ansicht Raum zu geben, als habe Moses etwas aus sich angeordnet. Dafür habe ich