Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Popper: Etiftshütte. 131 begreift man diese verhüllte Mitanklage ihres Mannes vor den Dienstlenten gar nicht. Mein die Worte sind blos eine sklavische Entlehnung ans V. 14 und nicht blos ihrem Inhalte nach unpassend, sondern auch in der Sprache ungeschickt, da das Subject fehlt. Ja, der Ergänzer zeigt in seiner Entlehnung, daß er die Worte des älteren Berichtes nicht richtig verstanden hat. Sie beklagt sich bei ihrem Manne mit folgenden Worten: es kam zu mir der hebräische Sklave, den du uns gebracht hast, um meiner zu spotten, d. h. mit mir Kurzweil zu treiben, seine schnöde Lust an mir zu befriedigen. Offenbar will sie damit nicht sagen, der Herr habe den Joseph zu diesem Zwecke in's Haus gebracht, sondern Joseph sei mit dieser Absicht zu ihr gekommen, die Worte לצחק בי sind, wie die Accente richtig andeuten und Nasch! ausdrücklich erklärt, nicht mit אשר הבאת למי, sondern mit בא אלי eng verbunden. Der Ergänzer hingegen, der wohl den prägnanten Sinn des צהלן (der doch ähnlich, aber, weil ohne schlechten Nebensinn, mit את und nicht mit ב auch 1 Mos. 26, 8 vorkommt) nicht mehr recht verstand und ihn daher für ungenügend fand zum Ausdrucke der Gewalt gegen das Weib, verbindet die Worte לצחק בי mit אשר הבאת לנו, wiederholt sie daher so in dem von ihm gegebenen Berichte an die Dienstleute: הביא לנו איש עברי לצתק בנו und fügt dann dem בא אלי noch לשבב עמי hinzu! — Kleines übergehend, verweise ich nur noch auf die gewiß späte Ausdrucksweise: ותאמר לאמר. Denn אמר, gleich unscrm ״sagen", drückt eben aus, daß die Worte, welche gesprochen werden, folgen, דבר hingegen entspricht unserm ״reden", worauf nicht die Worte, wie sie gesprochen werden, folgen, und wenn Dies dennoch geschieht, so muß ein לאמר in die Mitte treten: er redet sagend. Aber אמר לאמר ist eine unerträgliche überwuchernde Nedensart, die sich nur die spätere Zeit gestattet. Ln welcher das frische Leben der Sprache verkommen ist und die die feinen schärferen Bestimmungen der Wörter verkennt. Eine solche Verkennung hat wahrscheinlich auch überhaupt Vers anlassung zu dem ganzen Zusatze gegeben. Denn allerdings könnte Jemand gegen unsere Annahme einwenden: Wenn ein solcher Zusatz nicht vom Sinne gefordert wird, ja den Zusammenhang der Erzählung eher stört: wie kam man denn gar auf den Gedanken, einen solchen Zusatz zu machen? Allein der Ergänzer fand, wie mich dünkt, den Antrieb dazu Ln folgendem Umstande. Als der Herr nach Hause